Aelteste Bibel der Welt jetzt online

Die Freischaltung der Webseite ist der erste entscheidende Schritt einer Unternehmung, die an vierverschiedenen Orten aufbewahrten Teile der Bibel sorgfältig aufbereitet über das Internet zugänglich zu machen. Durch die einmalige Kooperation zwischen der British Library, dem Katharinenkloster auf dem Sinai, der Universitätsbibliothek Leipzig und der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg wird bis zum Abschluss des Projekts im Juli 2009 der gesamte Text der Handschrift für jedermann zugänglich gemacht. Die nach neuesten Standards erstellte interaktive Webseite wurde heute freigeschaltet und gibt einen ersten Teil der Heiligen Schrift allen Bibel-Lesern und Wissenschaftlern auf vorher nie dagewesene Weise in die Hand. Im Moment ist die Seite jedoch zusammengebrochen, da über 100 000 Besucher das Manuskript anschauen wollten. Wenn’s wieder klappt: hier ist die Adresse: http://www.codex-sinaiticus.net.

Jede hochaufgelöste Fotografie der Manuskriptseiten wird durch eine vollständige Transkription des griechischen Textes ergänzt, die auch alle über die Jahrhunderte dort versammelten Korrekturen enthält. Ausgewählte Bücher und Stellen werden auch in deutschen und englischen Übersetzungen zugänglich gemacht. Alle Textelemente sind miteinander verlinkt, und das Anklicken eines Satzes in der Transkription wird durch die Markierung im Manuskript unterstützt. Besucher der Webseite können verschiedene Ansichten wählen: Standardlicht und Seitenlicht zur besseren Verdeutlichung der physischen Eigenschaften des Pergaments. Zu den freigeschalteten Seiten gehören sämtliche 43 Blätter (86 Seiten) der Universitätsbibliothek Leipzig, ergänzt um 14 Blätter des Alten Testaments aus der British Library, von der weitere 53 Blätter alle Psalmen und das Markus-Evangelium enthalten, zwei der sowohl historisch wie aktuell wichtigsten Texte der Bibel.

Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, betont die Bedeutung der virtuellen Gesamtedition: „Die 43 Leipziger Blätter gehören zu den ersten, die im Katharinenkloster auf dem Sinai als Teil einer sehr frühen Bibel identifiziert wurden und 1843 nach Leipzig gelangten. Die Geschichte der Entdeckung durch Konstantin von Tischendorf war zugleich die Geschichte der  Fragmentierung dieser Handschrift, und eben diese Geschichte kommt nun an ihr Ende. Mit der Online-Edition hat die internationale Zusammenarbeit ihr höchstes Ziel erreicht. Es wird ein äußerst wertvoller Text in allen überlieferten Teilen der interessierten Weltöffentlichkeit übergeben.“ Der Codex Sinaiticus stammt aus der Mitte des 4. Jahrhunderts und ist nach heutigem Wissen die älteste existierende christliche Bibel mit vollständigem Neuen Testament. Überliefert sind mehr als 800 Seiten und etwa 20 Fragmente, die alle nach Abschluss des Projektes im Juli 2009 über die
Webseite konsultiert werden können.

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