Zattoo immer beliebter als Internet-Fernsehen

Wie Marcel Wüthrich in der Online-Ausgabe von InfoWeek schreibt, hat Zattoo das Potential, zum Inbegriff für Internetfernsehen zu werden. Nicht umsonst wurde Zattoo mit dem Innovationspreis im Rahmen des diesjährigen Eco-Awards des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft e.V. ausgezeichnet – quasi der Oscar des Internets, der 2006 an Google ging. Bereits 50 Mitarbeiter beschäftigt Zattoo. Die eine Hälfte davon ist in der Schweiz tätig, die andere in den USA. Inzwischen sei man eine richtige Firma, meint Craig Neable, Product Manager bei Zattoo, auch wenn man sich in der 2005 gegründeten und ausschliesslich via Werbung finanzierten Firma noch immer ein wenig wie in einem Projekt fühlt. «Irgendwann kommt der Punkt, an dem ein Projekt zu einem Unternehmen werden muss. Schliesslich sind wir mittlerweile in acht euro­päischen Ländern (Schweiz, Deutschland, Frankreich, UK, Spanien, Norwegen, Dänemark und Belgien) tätig.» Auch die Zuschauerzahlen werden inzwischen in Dimensionen von 100’000 gemessen, und die gesamte Nutzerbasis hat die Marke von 3 Millionen überschritten. InfoWeek wollte wissen, warum Zattoo im Gegensatz zu anderen Internet-Fernsehanbietern funktioniert und weshalb der Dienst trotz Erfolg im Gegensatz beispielsweise zu YouTube nicht mit den Internet-Service-Providern (ISP) auf Kriegsfuss steht.

«Die Technik hinter Zattoo ist im Prinzip relativ simpel», erklärt Ingenieur Craig Neable, der vor seiner Tätigkeit für Zattoo bei Microsoft beschäftigt war. Das Signal der TV-Stationen kommt digital bei Zattoo herein – über DVB-T beziehungsweise Satellit und Settop-Box. «Nicht viel anders als bei Ihnen zu Hause also», so Neable. Dieses Signal wird in Echtzeit in einen MPEG-Stream transkodiert und verschlüsselt. Die Verschlüsselung ist nötig, um die Content-Rechte der verschiedenen Fernsehanstalten zu wahren. Weiter wird versucht, die Bitrate des Streams unter 500 kbps zu halten. Derzeit schafft man so die Hälfte der Auflösung von PAL. Danach wird das Signal ins Netzwerk eingespeist, wobei Zattoo für die Verteilung auf die Peer-to-Peer-Technologie (P2P) setzt. Und in dieser P2P-Technologie steckt denn auch das Geheimnis des Erfolgs von Zattoo, auch wenn sich das Zattoo-Netz laut Neable nicht von anderen P2P-Netzen unterscheidet. Grundsätzlich zumindest, denn: «Natürlich kann ich nicht zu stark ins Detail gehen, doch einer der wesentlichen Unterschiede liegt im Mechanismus, wie wir – leistungsfähige – Peers finden und mit diesen kommunizieren. Dieser Job wird von einem zentralisierten Service gemacht, welcher bei uns – natürlich redundant – betrieben wird. Doch das P2P-Netz ist nicht die grösste Herausforderung. Die grösste Herausforderung heisst Real Time. Wie kann man die Signale des P2P-Netzes in Echtzeit synchronisieren und verteilen? Damit haben wir uns intensiv beschäftigt, und in diesem Wissen, das mehrheitlich aus Research-Projekten unseres Co-Gründers Sugih Jamin von der Universität Michigan stammt, liegt auch der grösste Teil unseres geistigen Eigentums.»

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