Das Klima ändert – was nun? – Eine Studie der OcCC

Der neue Bericht des OcCC präsentiert die wichtigsten Ergebnisse des 4. Wissensstandsberichtes des IPCC, mit ihrem Bezug zur Schweiz. Welche Veränderungen sind gegen Ende des Jahrhunderts zu erwarten? Welche Auswirkungen ergeben sich für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft? Aufgezeigt wird aber auch wie sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Herausforderungen stellen können und welche Optionen heute bestehen und ergriffen werden sollten, um den negativen Folgen des Klimawandels zu begegnen. Je nach Szenario muss bis Ende des 21. Jahrhunderts global mit einer Zunahme zwischen 1,1 und 6,4 °C gerechnet werden (bezogen auf 1990). Auf regionaler Ebene zeigt sich die Klimaerwärmung im Alpenraum besonders deutlich. Der Anstieg ist im Vergleich zum globalen Trend rund doppelt so stark. In der Schweiz sind die mittleren Temperaturen seit 1970 um rund 1,5 °C angestiegen. Bis 2100 muss mit einer Zunahme der Sommertemperaturen von 3,5 bis 7 °C gerechnet werden. Ein Durchschnittssommer wird dann in etwa dem Hitzesommer 2003 entsprechen. Dazu wird es im Sommer deutlich trockener, im Winter hingegen feuchter werden.

In der Schweiz werden diese Veränderungen massive Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft haben. Mehr als die Hälfte des heute noch vorhandenen Gletschervolumens in den Alpen wird wahrscheinlich bereits um die Jahrhundertmitte geschmolzen sein. Die Wasserverfügbarkeit in den trockenen Sommermonaten wird damit reduziert. Dies hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Schifffahrt und die Energieproduktion. Im Winter dürften, ohne geeignete Schutzmassnahmen, im Mittelland und Jura Hochwasser vermehrt Schäden an Infrastrukturen und Gebäuden anrichten. Dies hat Konsequenzen für die Versicherungsbranche. Der Tourismussektor muss sich ebenfalls mit veränderten Bedingungen auseinandersetzen. So wird der klassische Wintersport in Höhen unter 1500 Meter wegen der fehlenden Schneebedeckung nicht mehr rentabel sein. Um die globale Erwärmung auf 2,0 bis 2,5 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen (dies bedeutet in der Schweiz rund 4 bis 5 °C), müssen die globalen CO2-Emissionen bis 2050 um 50 bis 85 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 reduziert werden. Langfristig ist eine Reduktion auf 1 Tonne CO2 pro Kopf gefordert. Dies bedingt einen langfristigen Totalumbau der globalen Volkswirtschaft und eine Abkehr von der Nutzung fossiler Energieträger. Für die Schweiz empfiehlt das OcCC daher eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 20 Prozent bis 2020 und um mindestens 60 Prozent bis 2050.

Das OcCC empfiehlt den Entscheidungsträgern dringend, alles daran zu setzten, dass die Schweiz rasch den Weg zu einem nachhaltigen Umgang mit Umwelt, Klima und Ressourcen einschlägt. Dazu gibt es letztlich keine Alternative. Weitere Informationen hier.

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