Hunderte von neuen Tierarten in Australien entdeckt

Ein Krebs mit riesigem Hinterbein, eine Qualle, die ihre Tentakel in die Höhe streckt – Das sind nur zwei von Hunderten von bislang unbekannten Tieren, die Forscher jetzt am Great Barrier Reef entdeckten. Und sie erwarten noch mehr: Bis 2010 läuft das Projekt „Census of Marine Life“, eine Art weltweite Volkszählung im Meer. Der Krebs ist klein wie ein Floh, hat aber ein peitschenartiges Hinterbein, das dreimal so groß ist wie er selbst. „Wir waren alle überrascht und begeistert, eine solche Vielfalt maritimen Lebens zu entdecken, die vorher nie beschrieben worden war“, sagte der Expeditionsleiter Julian Caley vom australischen Meeresinstitut (AIMS) am Donnerstag. „Wir wissen mehr über die dunkle Seite des Mondes als darüber, was am Grunde des Ozeans geschieht.“ Wissenschaftler aus 80 Ländern machen eine Art Volkszählung unter Meeresbewohnern. Die Expedition zu den Inseln Lezard und Heron sowie zum Ningaloo-Riff am Great Barrier Reef vor der australischen Küste waren Teil des Projekts „Census of Marine Life“, das man sich in etwa wie eine Volkszählung unter Meeresbewohnern vorstellen kann: Seit 2000 sind Forscher aus 80 Ländern damit beschäftigt, Antworten auf drei Fragen zu finden – welche Arten es in den Meeren überhaupt gibt, wo genau sie leben, und wie viele Individuen zu jeder einzelnen Art gehören. 2010 sollen die genauen Ergebnisse vorliegen. Hier gibt’s noch mehr Bilder zu sehen.

Dass gerade am Great Barrier Reef, einem populären und gut erschlossenen Tauchgebiet, solch eine Vielzahl von Tieren bislang unentdeckt lebte, ist zunächst überraschend. Eine der Ursachen für diese Funde sieht Rainer Froese vom Institut für Meereskunde in Kiel in der lange unzureichenden Ausrüstung von Forschern. „Erst seit einigen Jahren gibt es Gerätschaften, mit denen man bis zu 100 Meter tief tauchen kann“, sagte der Biologe, der am „Census of Marine Life“ mitarbeitet, auf Anfrage von zoomer.de. Auch könne man heute besser steile Riffe hinabtauchen und sie nach Organismen untersuchen. „Taucher sind seit langem von den unglaublich bunten Korallen und Fischen fasziniert, aber unsere Augen werden erst jetzt für die erstaunliche Fülle von anderen Lebewesen in diesem Lebensraum geöffnet“, sagte Ron O’Dor, der das Projekt mitorganisiert. Ein wenig kann man sich Korallenriffe wie den Regenwald des Meeres vorstellen, an kaum einem anderen Ort gibt es eine solche Artenvielfalt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis zu 9 Millionen Arten in Gebieten wie dem Great Barrier Reef leben. Von den etwa 300 Korallenarten, welche die Forscher jetzt fanden, sind 150 noch nicht erfasst, sie werden nun mit bekannten Arten verglichen und dann klassifiziert. (Bericht aus zoomer.de)

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