Ein Stadtauto für die Zukunft: Nuvu

Ein weiterer Höhepunkt am diesjährigen Autosalon in Paris: Nissans Vision NUVU ist mit nur drei Metern Länge sehr kompakt, bietet aber trotzdem eine 2+1-Sitze. Zielgruppe sind Stadtbewohner, die ihren persönlichen Bewegungsraum und ihren Komfort nicht einschränken wollen, jedoch einsehen, „dass etwas passieren muss.“ NUVU ist einfach zu fahren und kinderleicht zu parken. Und natürlich hat er einen Elektroantrieb. Wie Bancon betont: „Der Zero-Emission-Status gehört künftig zu den nicht verhandelbaren Kosten für den freien Eintritt in eine Innenstadt.“ NUVU verfügt er über eine ganze Reihe ökologisch sinnvoller Lösungen: So sind in das über die gesamte Länge führende Glasdach gut ein Dutzend Solarzellen integriert. Wie die Blätter eines Baums geformt, leiten sie die gewonnene Energie an die Batterie. Als Verbindungskabel dient ein ins Auto integrierter „Baumstamm“. In der Kabine des NUVU hat Nissan so weit wie möglich natürliche, organische und recycelte Materialien verarbeitet. Ein erstes produktionsreifes Elektrofahrzeug (EV) soll ab 2010 zunächst in Japan und Nordamerika in den Verkaufsräumen stehen. NUVU wird das vorerst nicht sein, obwohl er sich wesentliche Technikkomponenten mit dem geplanten Serienmodell teilt. Er ist eine Vorschau auf ein Elektroauto von Nissan, wie es in etwa drei bis fünf Jahren auf den Markt kommen könnte. Langfristig setzt das Unternehmen unabhängig von Größe, Einsatzzweck und Klassenzugehörigkeit der Modelle auf eine komplette Zero-Emission-Palette. Der NUVU – oder sein späteres Serien-Pendant – werden als Bausteine in einem durchgehend emissionsfreien Produktportfolio gesehen.l

Interessant ist sein Raumkonzept. Die Stadt der Zukunft, wird überfüllter als heute sein. Daher ist der NUVU außen kompakt und innen geräumig. Auf einer eigenen Plattform mit 1,98 Meter Radstand aufgebaut, misst er nur drei Meter in der Länge. Dank 1,70 Meter Höhe und 1,55 Meter Breite ist die Kabine dennoch groß und luftig. Für die meisten Fahrten ist somit im NUVU mehr als genug Platz. Denn er hat zwei vollwertige Sitze sowie einen dritten „Notsitz“, der bei Bedarf ausgeklappt werden kann. Im Gegensatz zu anderen schon heute verfügbaren Zweisitzern bietet er außerdem genügend Stauraum. Das Raumkonzept berücksichtigt vor allem die Bedürfnisse des Fahrers – er genießt das Platzangebot eines C-Segment-Modells. Der Beifahrersitz ist im Vergleich zum Fahrerstuhl leicht nach hinten versetzt installiert, sodass der zweite Insasse seine Beine voll ausstrecken kann.

Viele der im NUVU verwendeten Materialien bestehen aus Recyclingmaterial, beispielsweise der Boden aus zu Laminatschichten gepressten Holzfasern. Die Haftung spendenden Gumminoppen stammen aus wiederaufbereiteten Altreifen.Um ein möglichst helles und freundliches Interieur zu realisieren, gehen die Windschutzscheibe und das Glasdach fast übergangslos ineinander über. Das ungewöhnlichste Detail im Innern des NUVU ist der hinter dem Fahrersitz vom Kofferraumboden bis ins Dach emporwachsende „Energiebaum“. Dort, wo der wie ein schlanker Stamm geformte Baum das Tageslicht erreicht, breitet er sich unter dem Glasdach aus und spendet – wie eine echte Baumkrone – den NUVU-Insassen an heißen Tagen Schatten. Damit nicht genug, hängen dutzende wie Blätter geformte Solarzellen an den Verästelungen. Die Zellen nehmen die Sonnenenergie auf, die zum Aufladen der Batterie oder als zusätzliche Anschubhilfe für den Elektromotor genutzt wird. Nissan hat ausgerechnet, dass die durch die Solarzellen gewonnene Energie pro Monat einen kompletten Übernacht-Aufladevorgang der Batterie einsparen kannn.

Im Heck befindet sich der Elektromotor, der von dort die Hinterräder antreibt. Mit einer Batterieladung kommt der Stadtwagen 125 Kilometer weit, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Bei den Batterien setzt Nissan auf die jüngste Entwicklungsstufe der Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Die Batterieleistung beträgt 140 Wh/kg (Wattstunden pro Kilogramm). Die Gesamtzahl der Batterien und die Zahl der Module sind noch offen. Für die Batterien ist die Automotive Energy Supply Corporation (AESC), ein Joint Venture zwischen Nissan und dem Elektronikkonzern NEC, zuständig. Ein schneller Aufladevorgang versorgt das System in zehn bis 20 Minuten mit ausreichend Spannung für kurze Fahrten. Das komplette Aufladen aller Batteriemodule an einer 220 V-Steckdose ist nach drei bis vier Stunden abgeschlossen.

One thought on “Ein Stadtauto für die Zukunft: Nuvu

  1. Tolle Studie ! Ideales Stadtauto, das ich mir sofort kaufen würde, falls es auf den Markt käme und die dafür notwendige Infrastruktur schon da wäre !
    Selbst wenn man mal den Wagen leergefahren hat, bräuchte men dank der eingebauten Solarzellen zumindest tagsüber bei relativ kurzen Strecken (z.B. bei Einkaufsfahrten) keine Angst mehr haben, nicht mit dem Fahrzeug nach Hause zu kommen.
    Vor ca. 15 Jahren hatte ich einem Elektroautohersteller ein ähnliches Konzeptauto auf Basis eines leichten VW-Kleinlieferwagens („Fridolin“) vorgeschlagen, der wesentlich mehr Fläche für die Solarmodule hat.
    Er hatte mich damals noch ausgelacht, da er diese Idee für zu utopisch hielt !

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