Abhörsicheres Netwerk revolutioniert IT-Branche

Bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2007 übermittelte der Kanton Genf seine Resultate mit Hilfe der sogenannte Quantenkryptographie nach Bern. Mehr als zwei Stellen direkt miteinander zu verbinden, war bislang aber nicht möglich.In Wien wurden nun erstmals sechs Punkte miteinander vernetzt – über Entfernungen von sechs bis 85 Kilometer. Das beweise, dass sich diese momentan noch mindestens 150 000 Franken teure Technik auch für Computernetzwerke eigne, erläuterte der Quantenphysiker Anton Zeilinger von der Universität Wien. Mit Hilfe der Quantenkryptographie lassen sich nach Angaben der Forscher alle elektronischen Informationen wie E-Mails oder Videokonferenzen sicher verschicken. Ein Abhören sei aus physikalischen Gründen unmöglich. Für die Erzeugung der sicheren Verschlüsselung werden einzelne Lichtteilchen speziell präpariert und zwischen Partnern im Netzwerk ausgetauscht. Ein möglicher Lauscher kann laut den Physikern prinzipiell keine Information über den verwendeten Datenschlüssel bekommen – egal welche Möglichkeiten er zur Verfügung habe. Dafür sorgen die Gesetze der Quantenphysik, wo jede Messung dauerhafte Spuren hinterlässt. Die Lichtteilchen änderen sofort ihren Zustand, wenn jemand von aussen versucht, darauf zuzugreifen. Während die Messung der Lichtteilchen durch die Partner im Netzwerk beabsichtigt ist, äussert sich eine Messung eines Lauschers in einer Fehlerrate im System, die von den Kommunikationspartnern bemerkt wird.

Eines der Probleme bei der alltäglichen Anwendung der Technik ist bisher noch die Schnelligkeit. «Die Übertragung ist deutlich langsamer als das Internet», sagte Zeilinger. Zudem könnten nur Daten auf einer Strecke von höchstens 100 Kilometern verschickt werden, da es keinen Verstärker für das spezielle Datensignal gibt. «Für mich sind das aber nur noch technische Herausforderungen und keine prinzipiellen Probleme», sagte der Physiker. Potenzielle Kunden für solche Systeme könnten das Militär, Banken, Regierungen und Unternehmen sein.Vertreter von Siemens Österreich wollen die Technik denn auch bald anbieten. «Ich gehe davon aus, dass wir in drei bis vier Jahren unseren Kunden sichere Kommunikation anbieten können», sagte die Vorstandsvorsitzende Brigitte Ederer. Ziel von Siemens ist es, den Preis für so ein System auf rund 15 000 Franken zu senken.

In dem EU-Projekt arbeiten seit viereinhalb Jahren 41 Wissenschaftler aus 12 Ländern an dem Netzwerk und dem Nutzen von Quantenkryptographie im Alltag. Einen bedeutenden Anteil an der Errichtung des Netzwerks hatten auch Forscher der Universitäten Genf und Lausanne. Sie halfen mit, mehrere der Systeme aufzubauen. (Quelle: 20minuten)

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