Kampf gegen Atomkraftwere in der Schweiz

Die Grünen haben ihrer Kampagne gegen Atomkraftwerke am Samstag in Baden (Schweiz) eine Delegiertenversammlung gewidmet. Mit einer Kundgebung vor dem Sitz des Stromkonzerns Axpo lancierten sie den Widerstand gegen Gesuche für neue AKW. Rund 100 Personen begaben sich am Morgen in einem friedlichen Umzug mit Transparenten vom Bahnhof Baden zum Sitz der Axpo. Dort wurden sie von rund 30 Axpo-Angestellten in grünen T-Shirts zu einem Apero empfangen. Unter den Teilnehmern befanden sich auch Familien.

Der CEO des Stromkonzerns, Heinz Karrer, nahm den offenen Brief der Partei gegen die Atomkraft entgegen. Jedes Gesuch für ein neues Kraftwerk werde mit dem Referendum bekämpft, schreibt die Partei darin. Axpo kündigte an, noch vor Ende 2008 mit der BKW Gesuche für neue Atomkraftwerke in Beznau und Mühleberg zu stellen. «Resolut gegen Atomkraftwerke sein, heisst auch, entschlossen für grünen Strom zu kämpfen», sagte Parteipräsident Ueli Leuenberger laut Redetext vor den Delegierten. Investitionen in umweltfreundliche Energie würden von den Bürgerlichen aber noch immer zu Gunsten der AKW verhindert. Dazu kündigt der Genfer Nationalrat eine «Gegenoffensive» an. Leuenberger bringt die Energiepolitik auch mit der gegenwärtigen Finanzkrise in Verbindung: Es seien die gleichen Kreise, welche die Verantwortung für die Krise und für die «Raubwirtschaft gegenüber unserem Planeten» trügen. Die Grünen kämpften sowohl gegen den Klimawandel als auch gegen die Atomkraft.

Als «veraltet, teuer und gefährlich» bezeichnete die Berner Nationalrätin und Vize-Präsidentin Franziska Teuscher die Atomenergie. Teuscher beschwor den Widerstand gegen AKW, bei dem die Grünen schon vor 30 Jahren zugegen gewesen seien. Der Ausstieg aus dem Atomstrom sei machbar, halten die Grünen in einer an der Versammlung verabschiedeten Resolution fest. Das Papier mit dem Titel «Schweiz erneuerbar» beschreibt Massnahmen für mehr Energieeffizienz und fordert den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien. Mit den zehn Massnahmen wie etwa verbesserte Isolation oder effizientere Beleuchtung könne die Stromproduktion der AKW kompensiert werden, sagte Nationalrat Bastian Girod (ZH) gemäss Redetext. Die Kosten für die Massnahmen seien ausserdem billiger als neue AKW. Zuvor hatten sich die Delegierten mehrere Reden zur Atomkraft angehört. Ausserdem stellten kantonale Vertreter eingereichte Initiativen und Vorstösse vor, welche die Förderung erneuerbarer Energie zum Ziel haben. (Quelle: SDA/20minuten)

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