Leonard Cohen im Zürcher Hallenstadion

Über zweieinhalb Stunden spielte Leonard Cohen am letzten Samstag im Zürcher Hallenstadion für die 6000 anwesenden Fans, zögert den Abschied, den wohl endgültigen, witzig mit «I Tried To Leave You» nochmals hinaus. Und trotz seiner gebrechlichen Haltung geht er mehrmals in die Knie, um seinen Worten noch mehr Nachdruck zu verleihen, verneigt sich gar vor seinen Sängerinnen und Musikern, als er sie vorstellt. Die Begleitband hüllt seine Worte einmal mehr in einen trügerisch lieblichen, zuweilen religiös-rein wirkenden Sound. Es sind ja die Worte eines ewigen Zweiflers, der oft lange um sie gerungen hat und nicht nur an sich selbst verzweifelt ist. Im Schneesturm der Welt würden die Dinge in alle Richtungen schlittern, singt Leonard Cohen bereits im zweiten Stück «The Future» von 1992. Wir müssten uns bewusst sein, dass wir privilegiert seien, ermahnt er später das Publikum aus gegebenem Anlass zwischen zwei Songs; jetzt, da die Welt ins Chaos stürze. Böser denn je muss klingen, als er singt: «Democracy is coming to the USA, sail on, sail on, o mighty ship of state, to the shores of need, past the reefs of greed.» Doch letztlich bleibt Leonard Cohen für die meisten Fans in erster Linie der melancholische «Ladies‘ Man». Am meisten Anklang finden folkige Balladen wie «Suzanne» und «So Long, Marianne». (Quelle: NZZ/Foto Karin Hofer)

One thought on “Leonard Cohen im Zürcher Hallenstadion

  1. JAAAAA, ich habe ihn ebenfalls gesehen und gehört, und es war ein unvergessliches Erlebnis. Je älter der Mann wird, umso besser wird er. Ich kann nicht aufhören, mir seine Lieder reinzuziehen… immer und immer wieder.
    LG, Barbara

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