Wie kam es zu den Monstergewichten von Dinosauriern?

dinoSauropoden waren die größten Landtiere, die je die Erde bevölkerten. Jetzt erklären Wissenschaftler, wie die Tiere so riesig werden konnten. Sauropoden sind die mit Abstand größten Landlebewesen, die die Erde je gesehen hat. Die Pflanzenfresser mit einer Körperlänge von 40 Metern, einer Höhe von 17 Metern und einem Gewicht von bis zu 100 Tonnen beherrschten die terrestrischen Ökosysteme mehr als 100 Millionen Jahre lang. Auf der ganzen Welt wurden ihre Fossilien gefunden. Die letzten Exemplare starben vor 65 Millionen Jahren. Ein Rätsel blieb bislang ungelöst: Wie konnten die Tiere eine solche Körpergröße erreichen? Professor Dr. Martin Sander, Paläontologe am Steinmann-Institut der Universität Bonn hat es mit seinem Züricher Kollegen Dr. Marcus Clauss gelöst. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Science“.

Ein Schlüpfling von zehn Kilo wog nach 20 Jahren bereits 30 Tonnen. Das entspricht einer Gewichtszunahme von durchschnittlich 1500 Kilo pro Jahr. Der Gigantismus ist ein Grund dafür, warum die Tiere über 100 Millionen Jahre lebten. Ihr Vorteil war, dass sie zu groß waren, um als Beute für Raubtiere in Frage zu kommen. Beim Wettrüsten siegten die Sauropoden, denn damalige Raubtiere erreichten nur ein Zehntel der Größe ihrer pflanzenfressenden Kollegen. Sauropode Dinosaurier konnten nur deswegen größer werden als die Raubtiere, weil ihr Stoffwechsel eine Besonderheit aufwies. Normalerweise besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Körpergröße und hohem Stoffwechsel. Bei den gigantischen Sauropoden hätte dies zu innerer Überhitzung und zum Tod geführt – aber mit ihrer Körpergröße haben sie ein raffiniertes Kühlsystem entwickelt, das sie vor dem inneren Verbrennen schützte: Die Dinosaurier verfügten über vogelartige Lungen. Ihre Körper besaßen riesige Luftsäcke, die bis in die Knochen hinein reichten. Die Atmung mittels dieses Lungensystems sorgte für leichte Knochen und eine große innere Oberfläche, die die Tiere von innen kühlte. Die Veränderung der Stoffwechselrate während der Entwicklung vom Jungtier zum Erwachsenenstadium war enorm, was die Wissenschaftler an Wachstumszonen an den fossilen Knochen beweisen können. Sauropode Dinosaurier steckten ihre Energie nicht in eine anstrengende Beckengeburt und die Aufzucht eines Jungtieres. „Sie legten Eier, etwa sechs Stück in ein Nest und insgesamt mindestens 40 pro Jahr“, sagt Sander. „Ein Ei hatte ein Volumen von circa drei bis vier Litern.“ Die Energie, die die Tiere durch das Eierlegen sparten, konnten sie stattdessen in ihr Wachstum investieren. Ein weiteres Merkmal führte laut Sander und seinem Kollegen zum riesigen Wachstum: Die Pflanzenfresser kauten das Futter nicht, sie schluckten es, ohne dafür Zähne zu benötigen. Ohne Zähne blieb ihr Kopf auch bei steigendem Körpergewicht klein und leicht, wodurch die Entwicklung eines langen Halses möglich wurde. (Quelle: Focus Online, Photo: DPA)

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