Neue Google-Software erschliesst den Meeresboden

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Die neue Version von Google Earth 5.0 zeigt nicht nur Städte und Straßen, sie macht erstmals auch den Meeresboden im Detail sichtbar. Deren wichtigste Neuerung: Ozeane. Waren die Meeresgebiete des Planeten bislang aus Google-Earth-Sicht weitgehend unbelebte, blau gefärbte Ebenen, die den Raum zwischen den Kontinenten besetzt hielten, hat sich das in der neuen Version grundlegend geändert. In ihr wurde der Meeresboden anhand wissenschaftlicher Daten ebenso detailliert nachmodelliert wie bisher die Gebirge. So kann man nun beispielsweise eine Tausende Kilometer lange Reise über den Mittelatlantischen Rücken unternehmen oder auf den Spuren des Tiefseeforschers Jacques Piccard dem Tauchschiff Trieste an die tiefste Stelle des Planeten folgen, den elf Kilometer tiefen Marianengraben. Das verspricht viel Spaß und einigen gehobenen Unterhaltungswert. Doch das steht bei Google Ocean, wie die Erweiterung des digitalen Planeten genannt wird, gar nicht im Vordergrund. Viel wichtiger sei es, damit eine „Begeisterung und das Bewusstsein für den blauen Lebensbrunnen unserer Erde zu wecken“, wie sich die Ozeanographin Sylvia Earle von der National Geographic Society ausdrückt. Noch enthusiastischer ist Google-Chef Eric Schmidt. Seiner Meinung nach habe Google mit der neuen Software gar die „Chance, die Perspektive der Menschen zu verändern“. Schließlich gelangt laut Schmidt etwa ein Drittel des von Menschen emittierten Kohlendioxids in die Ozeane, immer mehr Arten verschwinden von der Mehrheit der Menschen unbemerkt aus den Weltmeeren. Zumindest letzteres soll Google Earth 5.0 samt Google Ocean ändern: Die Software sei auch eine Plattform, um kontroverse Themen ins Gespräch zu bringen. Eine eigene Ebene informiert z.B. über Meeresschutzgebiete, eine andere liefert Informationen über gefährdete Meeresbewohner, eine klärt über tote Zonen in den Meeren auf. Aber auch reine Neugier wird befriedigt –  man kann sich über Schiffwracks oder Wassersportmöglichkeiten informieren. Und wenn man Spaß und Wissensdurst verbinden will, hat die Ebene „Tierortung“ ihren Reiz. Hier kann man sich beispielsweise die Wanderungen eines Weißen Hais oder eines Wals anschauen, die Forscher mit GPS-Sendern markiert haben.

Die Aufbereitung der jeweiligen Infos variiert von Fall zu Fall. Mal bekommt man Text, mal Bilder, mal Videos zu sehen. Manche davon sind ausgesprochen sehenswert. So wie etwa jene rund 90 bisher unveröffentlichten Aufnahmen des französischen Meeresforschers und -filmers Jacques-Yves Cousteau. Seine zumeist in den sechziger und siebziger Jahren gedrehten Filme zu sehen hat einen ganz besonderen Charme. Mehr Informationsgehalt und Tiefe bieten dagegen die Videoeinspielungen von BBC und National Geographic. (Quelle: Spiegel online)

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