Erfolgreicher 21. Internationaler Self-Transcendence 12+24 Stundenlauf in Basel

Der 24-Stundenlauf des Sri Chinmoy Marathon Teams (SCMT) kann mittlerweile als traditionelle Veranstaltung bezeichnet werden. In diesem Jahr gab es die 21. Auflage. Der Sportpark St. Jakob in Basel bietet ausgezeichnete Bedingungen zur Ausrichtung eines derartigen Wettkampfes. Die Läuferinnen und Läufer kommen gerne nach Basel, gerade auch diejenigen aus Deutschland. Das liegt nicht nur an der räumlichen Nähe, sondern gerade auch an der hervorragenden Organisation und der angenehmen Atmosphäre, die das SCMT bietet. In diesem Jahr hatten sich knapp 100 Läuferinnen und Läufer an den Start, der um 12:00 Uhr erfolgte, begeben. Hinzu kamen noch einmal etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 12-Stundenlaufes, der um Mitternacht begann. Die Fördergruppe der DUV war mit Carmen Hildebrand, Nicole Kresse und Ralf Steißlinger  vertreten. Die Drei hatten die unterschiedlichsten Zielsetzungen. Carmen, die sich kurzfristig nachgemeldet hatte, war im vergangenen Jahr bis 140 Kilometer gekommen und hatte dann das Rennen verlassen. In diesem Jahr hatte sie sich vorgenommen, bis zur Schlusssirene durchzuhalten. Für Nicole war es der erste 24-Stundenlauf. Sie hatte sich intensiv vorbereitet und wollte erste Erfahrungen mit dieser Disziplin sammeln. Als einer der besten 24-Stundenläufer der vergangenen Jahre hatte Ralf geplant, ein gutes Ergebnis als neuen Motivationsschub zu erreichen.

Weitere deutsche Teilnehmerinnen, die für eine vordere Platzierung in Frage kamen, waren Simone Stegmaier, Sabine Gros und Silke Stutzke. Bei den Männer stand mit Josef Stöhr ein erfolgreicher Spartathlonfinisher am Start, der bereits im vergangenen Jahr die 200 Kilometermarke überboten hatte. Kai Horschig, eine schneller Läufer auf den kürzeren Ultramarathondistanzen, hatte beim letztjährigen Baseler 24-Stundenlauf 150 km erreicht. Und auch Klaus Schulz, der Organisator der SCMT Läufe von Berlin und Nürnberg war direkt aus New York angereist, wo er zuvor an einem Zehn-Tage-Lauf teilgenommen hatte. Die äußeren Bedingungen waren beim Start nicht besonders angenehm. 25°C  und eine erheblich Schwüle waren keine guten Voraussetzungen für Höchstleistungen.

Nach den üblichen häufigen Änderungen in der Führung in den ersten Stunden, lagen nach sieben Stunden bei den Männern Kai Horschig und Ralf Steißlinger mit 76 bzw. 75 Kilometern in Front. Carmen Hildebrand (69 Kilometer) hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen deutlichen Vorsprung in der Frauenwertung vor Nicole Kresse und Sabine Gros (jeweils 63 Kilometer) herausgearbeitet. Kurz zuvor war ein heftiges Gewitter mit Platzregen über Basel hinweggezogen und dafür gesorgt, dass die Schwüle verschwunden war. Ein Regenbogen gab vielen Läuferinnen und Läufern Zuversicht, die herannahende Nacht gut zu überstehen. In der Nacht kam es dann doch bei einigen Picture-7Teilnehmern zu zahlreichen Problemen. Simone Stegmaier musste wegen Achillessehnenproblemen das Rennen beenden. Und auch RalfSteißlinger mochte nicht mehr weiterlaufen und stieg mit gelaufenen 134 Kilometern aus. Silke Stutzke hatte auch große Schwierigkeiten, kurz nach der Passage der 100 Kilometer und musste eine lange Pause machen. Nicole Kresse legte Gehpausen ein, so dass Sabine Gros nun deutlich an ihr vorbeizog und den zweiten Rang festigte. Carmen Hildebrand lief ein hohes Tempo und lag zwischenzeitlich sogar auf dem zweiten Gesamtrang, musste dann allerdings auch zwei mal für 30 Minuten ruhen, ehe sie das rennen wieder aufnahm. Bei den Männern hatte Kai Horschig bereits einen immensen Vorsprung auf den Russen Viktor Rodionov, einen kleinen drahtigen Läufer, der sich trotz großer körperlicher Probleme nicht von der Laufstrecke entfernte. Quasi gleichauf lagen Joachim Treiber, Josef Stöhr, Vladimir Balatsky und der Tscheche Ananda-Lahari Zuscin. Diese Konstellation sorgte bis zum Finish für erhebliche Spannung. Knapp zwei Stunden vor dem Ende des Rennens  hatte Kai die 200 Kilometermarke erreicht, aber erkonnte zu diesem Zeitpunkt nur noch langsam gehen, so dass sein Vorsprung vor Viktor immer weiter schmolz. Kurz dahinter lag Josef Stöhr, aber das best Finish bot Ananda-Lahari, der in der letzten Stunde sehr schnell lief. Kai Horschig konnte seine letzten Kräfte mobilisieren und schließlich mit 212 Kilometern den Sieg feiern. Es war zum Ende eine reine Willensleistung, denn körperlich hatte sich der Sieger vollständig verausgabt. Zweiter wurde Ananda-Lahari, der den drittplazierten Viktor erst etwa  5 Minuten vor der Ende abfangen konnte.

Bei den Frauen war Carmen unangefochten in Führung und nach ihren Schlafpausen konnte sie  wieder mit relativ hoher Geschwindigkeit weiterlaufen. Zeitweise lief sie deutlich schneller als  alle männlichen Konkurrenten. Letztendlich kam sie auf hervorragende 207 Kilometer, was den zweiten Rang der aktuellen Deutschen Bestenliste bedeutet. Lediglich Julia Alter konnte in diesem Jahr bei der Worldchallenge in Bergamo eine bessere Leistung erbringen. Hinter Carmen lief lange Zeit Sabine Gros ein gleichmäßiges Rennen und hatte bereits ihren zweiten Platz gefestigt, als sie nach 100 Meilen wegen starker Magenprobleme aufgeben musste. So war der Weg frei für Nicole Kresse, die mit 176 Kilometern den zweiten Rang hinter Carmen einnahm. Für sie war der erste 24-Stundenlauf ein persönlicher Erfolg, wobei sicherlich noch eine Leistungssteigerung möglich sein dürfte. Das Podium vervollständigte die Britin Ramona Thevenet-Smith. Mit typischem ‚british-fighting-spirit‘ kam sie auf 166 Kilometer.

Der Zwölf-Stundenlauf war bei der Spannung des Eintagesrennens eher ein Rahmenprogramm. Es siegte der Schweizer Simon Schmid mit 129 Kilometern vor Udo Stossberger vom VFL Ostelsheim, der 127 Kilometer erreichte. Regina Schmitt-Berger, LSG Karlsruhe, siegte bei den Frauen mit 111 Kilometern. Sie hat sich bereits für die Deutschen Meisterschaften im 24-Stundenlauf in Stadtoldendorf angemeldet und dürfte in der Verfassung dort sicherlich ein gutes Ergebnis erzielenKanai Zimmermann, der Organisator des Laufes, leitete die stimmungsvolle Siegerehrung und war berechtigterweise sehr zufrieden mit der gesamten Veranstaltung. Die Versorgung aller Teilnehmer und Betreuer, sei es in medizinischer oder kulinarischer Hinsicht, war einmal mehr vorbildlich.(Quelle:Dr. Stefan Hinze, DUV-Präsident, Deutsche Ultramarathon-Vereinigung).

Kedar Misani hat zum 20. Mal das Rennen gefilmt und bietet wieder eine schöne DVD an, auf der eine lange Version, eine Kurzversion sowie eine Slideshow von Bijoy Imhof zu finden sind. Ein Muss für alle 24-Stundenlauf Fans und natürlich die Teilnehmer. Bestellung über das  Schweizer Sri Chinmoy Marathon Team oder über via Kommentar hier im Blog.

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