Arthada & Friends – Die Erlebnisse einer spirituellen Musikgruppe im Balkan

Arthada-&-Friends

Das österreichische Ensemble „Arthada and Friends“ brach am 20. Mai 2009 um Mitternacht zu einer Tournee auf, die sie durch 7 verschiedene Länder führen sollte. Bis zum 31. Mai 2009 traten die Musiker, die ausschließlich spirituelle Kompositionen von Sri Chinmoy aufführten, in sechs verschiedenen Ländern insgesamt 10 Mal auf und legten dabei knapp 5000 km in zwei Kleinbussen zurück. Insgesamt verbrachten sie etwa 80 Stunden in den Kleinbussen, etwa jeden 2. Tag mussten 2 Mitglieder der Gruppe auch in den beiden Bussen schlafen, da er sonst wohl Füße bekommen hätte. Die Tournee führte durch Gegenden, die nicht so sicher waren. Gelegentlich brachen die Musiker auch schon gegen Mitternacht zum nächsten Ziel auf, wenn die Fahrt lang oder die Grenze unsicher war. Da dem Ensemble für Russland und Weißrussland kein Autoverleih in Österreich ein Auto zur Verfügung stellen wollte, kauften die Burschen nur für die Tournee kurzer Hand im ebay einen ausgesprochen günstigen Bus, der gerade noch bei ihrem dürftigen Budget aktzeptabel war; einen zweiten Bus hatten sie übrigens schon. Sicherheitshalber ließen sie allerdings den ersteigerten Bus noch am Tag vor der Abfahrt in einer Werkstätte überprüfen: Er wies eine ganze Reihe schwerer Mängel, die einer sofortigen Behebung bedurften sowie unzählige leichte Mängel auf; für eine Reparatur war leider weder Zeit noch Geld vorhanden, und dies, obwohl der Mechaniker prophezeite: „Mit dem „Kübel“ kommen Sie nie mehr nach Russland!“. Aufgrund dieser Umstände war diese Fahrt auch von sehr aufrichtigen Gebeten der Ensemblemitglieder begleitet. Sie hatten einige Abenteuer mit ihren Gefährten, die Details würden den Rahmen dieser Zusammenfassung wohl sprengen, jedenfalls fuhren sie schließlich dennoch triumphierend wieder in Wien ein; die letzten 1000 km stand ihnen allerdings bei dem ersteigerten Bus nur mehr der 2. und der 3. Gang zur Verfügung (und die Geräuschkulisse war auch nicht ohne), ein Umstand, der den spirituellen Barden die demütigende Erfahrung zuteil werden lies, ständig von Lastwagen überholt zu werden. Dennoch versäumte das Ensemble kein einziges Konzert, auch wenn es gelegentlich sehr eng wurde. An der russischen Grenze zum Beispiel machte man den Musikern klar, dass man mit einer über 24 Stunden-Wartezeit rechnen müsse, aber mit dem richtigen Verhandlungsgeschick (ein Mitglied der Gruppe war der russischen Sprache mächtig und sicherte immer wieder das Überleben des Ensembles) und den richtigen Geschenken konnten sie schließlich allen anderen Autos vorfahren und hatten nur mehr die reine Wartezeit für die formalen Zollabwicklung zu erdulden, die allerdings immer noch über sechs „ewige“ Stunden dauerte. Ewige Stunden deshalb, weil dadurch keine Zeit mehr für irgendwelche Konzertvorbereitungen verblieb. Das Ensemble hatte in monatelanger Vorbereitung dafür gesorgt, dass es in Besitz aller Visa und sonstiger Papiere und Versicherungen kam. Dennoch wurde es in Russland um 2:30 Uhr morgens von der Polizei aufgehalten. Nach Inspektion der Papiere und Unterlagen teilten die Gesetzeshüter den Musikern mit, man werde jetzt die Nummertafeln der beiden Busse abmontieren und die Busse in der Folge abschleppen lassen, es würden wichtige Papiere fehlen. Schließlich fanden wir die fehlenden Papiere in der Form von Rubeln im Wert von umgerechnet 300 Euro, die ohne Rechnung schnell in der Tasche der Polizisten verschwanden, und konnten dann sehr erleichtert weiter Richtung EU fahren.

ArthadaArthada & Friends trat in Polen (Warschau und Danzig), Weißrussland (Brest und Minsk), Litauen (Vilnius und in einem Observatorium am Land), Lettland (Riga), Russland (Kalinigrad) und Deutschland (Berlin und Heidelberg) auf. Insgesamt kamen etwas unter 3.000 Zuhörer zu den Meditationskonzerten. Das größte Konzert fand in Riga statt, wo über 700 Zuhörer dabei waren. Die Menschen waren ausgesprochen empfänglich und forderten meist wiederholt Zugaben. Es gab auch immer wieder „standing ovations“. Nach den Konzerten wurden die Musiker regelmäßig mit Zuhörern konfrontiert, die Autogramme wünschten, was die spirituellen Musiker etwas seltsam berührte. Häufig stürmten die Gäste nach den Konzerten auch die Bühne, um einfach mit den für die dortigen Breitengrade exotischen Musikern mit der ungewöhnlichen Musik zu sprechen. Es kam sogar vor, dass die Musiker einfach umarmt wurden. Das russische Herz ist groß! So verschieden die Menschen und deren Lebensumstände in den sechs Ländern waren, die das Ensemble in den knapp zwei Wochen aufsuchte, so herzlich und empfänglich wurden sie überall empfangen! Die erhebenden Melodien Sri Chinmoys konnten offensichtlich auch die spirituell unvorbereiteten Menschen sehr ergreifen. Aber nicht nur die Zuhörer, auch die Musiker selbst waren immer wieder zutiefst ergriffen und haben vielleicht mitunter mehr erhalten, als sie imstande waren zu geben.

Die Dankbarkeit für ihren spirituellen Lehrer Sri Chinmoy, der ihnen den unglaublichen Schatz mystischer Lieder höchster Ordnung geschenkt hat und das Ensemble auch über viele Jahre für solche Tourneen vorbereitete, kann nie adäquat in Worten zum Ausdruck gebracht werden! Die Musiker sind auch von enormem Dank den Gastgebern gegenüber erfüllt, die mit unglaublicher Selbstaufopferung und völlig auf ihre eigenen oft bescheidenen Mitteln angewiesen alle Säle ausnahmslos (!) bis zum Bersten gefüllt haben. Häufig saßen Besucher, die keinen Platz mehr ergattern konnten bis an die Bühne heran auf dem Boden oder standen die ganze Zeit während der Konzerte. Besonders interessant waren schließlich auch die Gespräche mit Schülern Sri Chinmoys in so vielen verschiedenen Ländern und die Meditationen mit den Gastgebern. So verschieden sie waren – eines hatten sie alle: ein weites Herz, und dieses große Herz lebt in den Mitgliedern des Ensembles weiter und erfüllen sie mit Freude und Dankbarkeit.
Arthada

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