LED’s sollen Leuchtkörper-Industrie revolutionieren

euroluceBald 20 Jahre ist die Leuchte alt, nun muss sie geschützt werden. Der Münchner Leuchtendesigner Ingo Maurer hatte die gefiederte Glühbirne in eine grosse Box gestellt. Denn geht es nach der neuen EU-Richtlinie, kommt für Maurers Lichtikone das Aus. Die Glühbirne soll ab September 2009 vom Markt verschwinden. In einem ersten Schritt sollen als Beitrag zum Klimaschutz zunächst 100-Watt-Birnen sowie alle matten Glühlampen aus den Regalen verbannt werden, ein Jahr später alle Glühbirnen mit einer Leistung zwischen 75 und 100 Watt. Für Ingo Maurer bedeutet dies eine drastische Verminderung der Lebensqualität: «Die Glühlampe ist eine emotionale Ikone.» In der Tat begleitet uns die Erfindung Edisons schon ein Leben lang. Seit rund eineinhalb Jahrhunderten macht uns die Glühbirne mit ihrem Wolframfaden die Nacht zum Tage. Nun soll sie durch stromsparende Leuchtstoff-, Halogen- oder LED-Lampen ersetzt werden. Deshalb haben sich die meisten Designer und Hersteller schon den neuen Lampen zugewandt, wie auf der Euroluce zu sehen war. Die zweijährlich stattfindende, mit 525 Ausstellern bedeutendste Lichtmesse der Welt in Mailand präsentierte vor kurzem neue Formen, Materialien und Effekte. Experimente mit LED standen zuoberst in der Gunst der Gestalter.

Auch Ingo Maurer experimentiert – seinem Protest gegen die Sparglühbirne zum Trotz – seit langem schon mit neuen Techniken. Schliesslich ist der deutsche Doyen des Lichts der Überzeugung, dass «die Zukunft verschiedenen Entwicklungen gehören wird». Seine Leuchte «Lacrime del Pescatore» ist inspiriert von Fischern, die Maurer einst als Knabe in der Lagune von Venedig beim Einholen ihrer Netze beobachtet hatte. Die Wandlampe besteht aus einer 100-Watt-Halogenbirne und drei Nylonnetzen, in denen unzählige Kristalle – die Tränen der Fischer – glitzern. Die poetische Leuchte nutzt das Halogenlicht, das demjenigen der klassischen Glühbirne mit ihrem ausgewogenen Farbspektrum besonders nahe kommt. Halogenleuchten funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Glühbirnen, ihre Lichtausbeute ist jedoch höher.

Als Zukunft des Lichts gilt die lichtemittierende Diode (LED). Sie gilt noch als Energiesparwunder. Für die LED sprechen eine extrem hohe Lebensdauer, eine hohe Lichtausbeute und ein sehr niedriger Stromverbrauch: Er liegt bei vergleichbarer Lichtleistung bei 10 bis 20 Prozent der Leistungsaufnahme der Glühbirne. Dafür sind LED-Birnen heute noch bis zu vierzigmal teurer als herkömmliche Lampen bei vergleichbarer Lichtleistung. Daran dürfte nicht zuletzt das Glühbirnenverbot einiges ändern. Die LED-Technik beflügelt derzeit die Designer. Einen spielerisch leichten Umgang mit der Leuchtdiode, die vor über 40 Jahren das Licht der Welt als kleiner roter Punkt an Fernsehgeräten erblickte, zeigte Tobias Grau: Seine Leuchte «Falling In Love» liegt als Lichtkugel wie in einem Nest und wird von besonders leistungsstarken LED zum Leuchten gebracht.

Gleich Hunderte von LED-Lichtern lassen die Metall-Leuchte «Raimond» leuchten. Der für das niederländische Kultlabel Moooi geschaffene Entwurf erscheint wie ein Himmelskörper. Hinter der brillanten Leuchte steckt jedoch kein Designer, sondern der holländische Mathematiker Raimond Puts. Er nutzt in seinem Entwurf die Strukturen von Buckminster Fullers geodätischen Domen. Puts‘ kreisrunde oder ovale Leuchten bestehen aus einer inneren und einer äusseren Struktur, die an den Knotenpunkten durch die LEDs verbunden sind. Die grösste Version trägt bei einem Durchmesser von fast zwei Metern 1212 Leuchtdioden.

Auch der Künstler Olafur Eliasson präsentierte erstmals ein Objekt, das als erschwingliches Produkt im Handel erworben werden kann. Der in Berlin lebende dänische Künstler ist spätestens seit seiner Arbeit «The Weather Project» (2003) in der Londoner Tate Modern ein international umschwärmter Star: Wer damals die Turbinenhalle des Museums betrat, tauchte in ein orangeglühendes Farbbad ein, das den riesigen Raum aufzulösen schien. Nun übersetzte er seine Vorliebe für Prismen und Kaleidoskope in die Leuchte «Starbrick», die von Zumtobel Staff produziert wird. «Der <Starbrick> ist ein Experiment aus Lichtmodulation und Raum», erklärt der Künstler. Die Grundform der Leuchte besteht aus einem Kubus, auf dessen Grundflächen weitere sechs Kuben aufgesetzt sind. Während die sternförmigen Module aus gespritztem, mattschwarzem Polykarbonat hergestellt sind, werden die semitransparenten, gelben, kaleidoskopischen Spiegelflächen im Kern von LED hinterleuchtet. Die Module lassen sich zu Gruppen beliebiger Grösse kombinieren. «Theoretisch könnte man sogar ein ganzes Lichthaus aus <Starbricks> bauen», ist Eliasson überzeugt. (Quelle: NZZ online)

2 thoughts on “LED’s sollen Leuchtkörper-Industrie revolutionieren

  1. Wir haben es schon vor langer Zeit postuliert….. LEDs werden unser Leben verändern!
    Wer nicht daran glaubt und meint:“ LEDs … habe ich nie gebraucht und werde sie nie brauchen….“, sollte durch unsere Seiten surfen… http://www.ledshift.com/index.html und sich dann noch einmal fragen:
    Werden Leds unsere Welt verändern?

    Wir sind uns sicher!

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