Afrika-Vortrag von Hartmut Pönitz im Zürcher Volkshaus

„Afrika- Aufenthalte sind emotionale Achterbahnfahrten. Afrika ist auch viel komplexer und schwieriger zu verstehen, als es in den Medien verkauft wird. Und wenn du nicht offen bist für Afrika und Willens deine eigenen Vorstellungen und Werte mal zurückzunehmen wirst du auch nie einen Zugang zu Afrika bekommen. Kein Kontakt zu fremden Kulturen hat mich stärker beeindruckt und persönlich mehr geprägt- positiv und negativ, als die fast 3 Jahre, die ich insgesamt in Afrika verbracht habe“, so das Resumée von Hartmut Pönitz nach 14 oft mehrmonatigen Reisen in die verschiedensten Regionen dieses Kontinents. „Immer wieder Afrika“ ist kein klassischer Reisevortrag mit der Reiseroute als Roter Faden. Den Roten Faden bilden Pönitz` viele lustige, abenteuerliche, tragische und skurile Geschichten, die er vor und hinter den fantastischen Kulissen der afrikanischen Landschaften erlebt hat. Kompetent plaudert er 2h lang mit viel trockenem Humor und Selbstironie über zum Teil extreme persönliche Erlebnisse, entstandene und gestorbene Freundschaften, gesellschaftliche Zusammenhänge, Politik und Geschichte, die Verbindungen zwischen der sogenannten Zivilisation und Dritten Welt und wirft auch zwei, drei kritische Blicke auf die Afrika- Berichterstattung der westlichen Journaille.

In Nairobi lernt er z.B. 6 Straßenjungs im Alter zwischen 8 und 12 kennen und dokumentiert 14 Tage lang ihren Überlebenskampf. Lustige und tragische Momente mit beeindruckend selbständigen, mutigen und wilden kleinen Kindern- die sie letztendlich doch sind – wechseln sich ab, bis es bei Pönitz` Abreise zur großen Überraschung kommt und… An den Sipi-Falls vorbei geht es rauf nach Karamoja, Nord- Uganda  wo er mit Kriegern der Karamojong (ähnlich den Massai) zunächst Fußball spielt und anschließend tief in die so andere Kultur eintaucht. Tagelang sind sie zu dritt auf einem Motorrad in herrlichen Landschaften unterwegs und erleben die archaische Gesellschaft der rinderzüchtenden Karamojong. Im ugandischen Busch lernt Pönitz Nasasira`s Gastfreundschaft kennen, ein Mann vom Kaliber eines Ministerpräsidenten, der bei seinem Volk, den Bahima, hohe Achtung genießt. Jahrelang ist Pönitz immer wieder in diese `Ecke` gereist und hat hier fast Wurzeln geschlagen. Bei den Bahima kreist das ganze Leben um ihre sehr eindrucksvollen Langhornrinder, mit Hörnern lang wie Stoßzähne. Einige seiner prägendsten Erlebnisse hat Pönitz hier erlebt, auch eines seiner größten Lebens- Desaster…

Im Kongo, ehemals Zaire schippern Pönitz & Co. 8 Tage lang den Kongo- Fluß stromaufwärts. Sie genießen die äußerst intensive Urwaldatmosphäre und pralles afrikanisches Leben auf einem `schwimmenden Markt` mit 300 Geschäftsleuten. Auch die extreme Enge, Hitze, Gewitter und Amöbenruhr-Erkrankung können der guten Stimmung nicht schaden. `Rund geht es` wieder, wenn es heißt den Kongo über die miesesten Lehm-Pisten der Welt in der Regenzeit zu verlassen. Da brauch es starke Nerven… Von ganz anderem Charakter sind Reisen in die Sahara. Die Schönheit, Weite und Kargheit der Wüste zwingt den Reisenden über die Wesentlichen Dinge des Lebens (Essen, Trinken, Schlafen, Benzin) nachzudenken, da es nichts gibt, was das Auge ablenken könnte. Die Psyche regeneriert sich, wie nirgendwo vom Streß eines Lebens auf der Überholspur, wie man es als Selbständiger in Deutschland zwangsläufig führt. Pönitz bereiste die Sahara mehrfach im grenzwertigen Bereich. Zu Zweit, mit Motorrädern, mit 70 L Benzin, 20 L Wasser, nach GPS über 1000 km querfeldein durch riesige Dünengebiete ohne Begleitauto. Reisen, die viel Selbstbewusstsein geben können, wenn alles gut geht…

„Immer wieder Afrika“: Vortrag von Hartmut Pönitz am 18. April 2010, 15 Uhr im Volkshaus Zürich

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