Erlebnisbericht von der Kanalüberquerung

Wir hatten optimale Bedingungen für unser Kanal-Schwimmen von letzter Woche. Die Sonne schien und die Lufttemperatur war zwischen 17°C und 20°C. Das Wasser war ruhig und 17°C „warm“. Es hatte fast kein Wind, nur die Gezeitenströmung war schon ein wenig stärker, da wir am Ende der Niedrig-Tide schwammen. Bessere Bedingungen kann man fast nicht haben, so wurde die Überquerung zu einer entspannten Bootsfahrt mit kraftvollen Schwimmeinlagen. In der Staffel schwimmt jeder eine Stunde und hat dann 4 Stunden Pause um wieder eine Stunde zu schwimmen. Deshalb konnte man in der Stunde Schwimmen wirklich 100% geben.Unser Start war um 6:58 Uhr und der Tag begrüßte uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Die Schwimmer-Reihenfolge war vom schnellsten Schwimmer zum langsamsten Schwimmer: Mahakulina, Viharin, Jatnasheel, Harkara, Angikar. Allen ging es gut, niemand wurde seekrank, außer unser selbstloser Helfer Vlado. Obwohl er leicht seekrank war, half er uns trotzdem. Nach 10 Stunden meinte der Kapitän, wenn wir uns jetzt nicht ranhalten, dann trägt uns die Strömung am Ziel Cap Gris Nez vorbei und wir müssen mindestens 5 Stunden mehr schwimmen. Mahakulina war als nächstes an der Reihe und so legte jeder noch ein Brikett drauf und gab alles. Man konnte Frankreich schon deutlich sehen, aber man wird durch die Strömung parallel zur Küste abgetrieben. Für ca. 20 Minuten begleiteten uns drei Delfine. Das war ein tolles Erlebnis! Jatnasheel schwam schon in der Dämmerung und bei mir war es dann total dunkel. Ich hatte die große Ehre der Finale Schwimmer zu sein. Damit die Bootsbesatzung den Schwimmer noch sehen kann, trägt man eine Lampe an der Badekappe und an der Hose.

Kurz vor dem Ziel bleibt das Boot stehen, da es nicht bis an das Ufer fahren kann. Angikar kam mit ins Wasser und wir schwammen gemeinsam bis zu den Klippen von Cap Gris Nez. Meine Muskeln brannten und ich konnte gerade so mit dem ausgeruhten Angikar mithalten. Kurz vor den Klippen sieht man schon die Felsen unter Wasser. Nur noch ein paar Meter, meine Arme waren schwer wie Blei, da ich vorher die ganze Zeit schnell gesprintet bin. Dann spürte ich die Felsen unter meinen Füssen und bin vorsichtig heraus geklettert. Die Felsen sind messerscharf, da sie voller Muscheln sind. Ich habe zum Glück nur ein paar leichte Kratzer abbekommen. Geschafft!! Alle waren glücklich.Wir benötigten 13 Stunden und 41 Minuten und sind das erste Männer Team vom Sri Chinmoy Marathon Team seit 25 Jahren die ihren Versuch erfolgreich beendeten – und das zweite das die Herausforderung annahm. Das erste Team scheiterte 1985 wegen der Kombination aus Seekrankheit, starken Wind, 13°C kaltem Wasser und Dunkelheit. -Harkara

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