Aktuelles zum Kometen 103P/HARTLEY 2

Am 15.03.1986 entdeckte Malcolm Hartley in Australien einen bis dahin nicht bekannten periodischen Kometen. Da es Hartleys zweite Alleinentdeckung eines Schweifsterns war, erhielt dieser später die Bezeichnung 103P/Hartley 2. Die Umlaufzeit um die Sonne beträgt 6.27 Jahre. Die Entdeckung von 103P erfolgte gut 9 Monate nach seiner Perihel-Passage, so dass er extrem lichtschwach war. Sowohl 1991 als auch 1997/1998 kehrte der Komet unter recht günstigen Umständen wieder, weshalb er beide Male immerhin eine Helligkeit von 8 mag erreichte. Insbesondere 1997/1998 wurde er von Amateurastronomne intensiv beobachtet und fotografiert. 2004 waren die Bedingungen so ungünstig, dass Hartley 2 wiederum erst lange nach seiner Perihelpassage beobachtet werden konnte und dementsprechend sehr lichtschwach war. Im Oktober/November 2010 kommt dieser Komet erneut in Erd- und Sonnennähe, und diesmal unter fast optimalen Bedingungen für Beobachter auf der Nordhalbkugel der Erde. Während er durch die Sternbilder Fuhrmann, Zwillinge und Einhorn wandert, wird er fast die ganze Nacht über dem Horizont stehen. Sofern er seine erwartete Helligkeit von 5 mag erreicht, sollte er an dunklen Standorten abseits der Großstädte mit bloßem Auge sichtbar ein. Auf jeden Fall wird er aber ein bequemes Objekt für Fernglas-Beobachter werden. Gleichzeitig erhält 103P durch die Raumsonde EPOXI Besuch von der Erde.

Seit Juli 2010 wurde der zunächst extrem lichtschwache Komet regelmäßig beobachtet und fotografiert. Bis Mitte August hatte er zwar die 13. Größenklasse erreicht, blieb damit aber hinter der für diesen Zeitpunkt erwarteten Helligkeit zurück. Weitere Beobachtungen in den Folgewochen zeigten dann eine anziehende Helligkeitszunahme, die 103P wieder in den Bereich der ursprünglichen Prognosen brachte. Mit Beginn der dritten Septemberdekade hatte er die 9. Größenklasse überschritten, wurde allerdings wegen des störenden Mondlichts nur sporadisch beobachtet. Zur Monatswende September/Oktober passierte Hartley 2 den rötlich leuchtenden Emissionsnebel NGC 281 (Engl.: Pacman Nebula), welcher einen reizvollen Kontrast zu dem grünlichen Kometen bot. Diese Begegnung wurde mit zahlreichen Fotos dokumentiert. Am Abend des 03.10.2010 wurde 103P erstmals mit bloßem Auge gesichtet. Seine Helligkeit lag zu diesem Zeitpunkt etwa bei 6.4 mag. Am 08.10.2010 zog 103P an dem bekannten Doppelsternhaufen im Perseus vorbei. Diese Gelegenheit ließen sich professionelle Kometen-Fotografen natürlich nicht entgehen, und so entstanden eindrucksvolle Aufnahmen. Mit Beginn der zweiten Oktoberdekade gelangte Komet 103P in den Bereich der 5. Größenklasse und hatte einen kleinen Plasmaschweif entwickelt; die Koma hatte den scheinbaren Durchmesser des Mondes. Gerade deswegen war Hartley 2 ein schwieriges Beobachtungsobjekt, denn die Helligkeit verteilte sich auf die genannte Flächengröße. Am aufgehellten Stadthimmel hob sich das diffuse Objekt auch im Feldstecher kaum vom Himmelshintergrund ab. Wer den Kometen mit bloßem Auge sehen wollte, musste sich deshalb an einen dunklen Ort möglichst weit entfernt von den Lichtglocken der Städte begeben.(Quelle: www.kometen.info / Photo: Chris Schur)

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