Wann werden Atomkraftwerke weltweit gestoppt?

Wie viel muss noch geschehen, bis man sich von den Atomkraftwerken endgültig verabschiedet. Sogar in der Schweiz sind Pläne für neue Kernkraftwerke vorhanden. Wenn man gesehen hat, was heute in Japan geschehen ist, kommt man hoffentlich zum Schluss, alle solche Pläne per sofort zu begraben. Wir haben genug andere Möglichkeiten, Energie zu erzeugen, besonders in der Schweiz. Hier zum Bedenken ein Artikel von Spiegel online von heute:

Japan ist von dem stärksten jemals gemessenen Erdbeben seiner Geschichte getroffen worden. Nach Polizeiangaben kamen mindestens 60 Menschen ums Leben, befürchtet werden allerdings wesentlich mehr Tote. Mindestens 39 weitere Menschen würden noch vermisst, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. In der Hauptstadt Tokio kamen laut dem Fernsehsender NHK zwei Menschen ums Leben, 45 wurden verletzt. Das öffentliche Leben ist in weiten Teilen des Landes lahmgelegt. Das Erdbeben hat Störfälle in zwei Atomkraftwerken ausgelöst. In Fukushima hat das Kühlsystem versagt, was im schlimmsten Fall zur Kernschmelze führen kann. Japans Regierungschef Naoto Kan hat daraufhin den nuklearen Notfall ausgerufen – zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Es seien zwar keine radioaktiven Lecks festgestellt worden. Doch der Notstand sei ausgerufen worden, damit die Behörden leicht Notfallmaßnahmen ergreifen können, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. „Wir wollen auf das Schlimmste vorbereitet sein. Wir tun alles in unserer Macht stehende, um mit der Situation fertig zu werden.“ In Japan muss ein nuklearer Notstand ausgerufen werden, wenn Strahlung austritt, der Kühlwasserstand einen gefährlichen Wert erreicht oder das Kühlsystem ausfällt. Rund 2000 Anwohner wurden von den Behörden aufgefordert, das Gebiet im Umkreis von zwei Kilometern um die Atomanlage zu verlassen. Wenig später meldete die Agentur Jiji, die Evakuierungszone sei von zwei auf drei Kilometer um das AKW ausgedehnt worden. Das Kernkraftwerk Fukushima besteht aus sechs Druckwasserreaktoren und ist damit eines der größten der Welt. Das Versagen des Kühlsystems ereignete sich in Reaktor Nummer eins, der seit 1971 am Netz ist. Auch nach der Abschaltung von Reaktoren bestehe aufgrund der nicht steuerbaren Nachwärme eine Gefahr, erklärte der Greenpeace-Reaktorexperte Heinz Smital. „Selbst ein abgeschaltetes Atomkraftwerk kann noch zum GAU führen.“ In diesem Fall komme es noch zu so viel Nachwärme, dass man eine Kernschmelze nur dann verhindern könne, wenn die Kühlung sichergestellt sei.

Mechanisches Versagen im Kühlsystem

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat Japan einen erhöhten Alarmzustand in Fukushima erklärt. Man fordere derzeit weitere Details an, hieß es in einer Mitteilung der IAEA, unter anderem über den Zustand der Reaktorgebäude und der Stromversorgung. „Nuklearer Brennstoff muss auch nach der Abschaltung des Atomkraftwerks gekühlt werden“, so die IAEA. Der Fernsehsender Nippon TV berichtete, in dem Meiler sei das Kühlwasser auf einen beunruhigend niedrigen Stand gesunken. Im Kühlsystem habe es eine mechanische Fehlfunktion gegeben, sagte Regierungssprecher Edano. Der Reaktorkern sei heiß und müsse nach der Abschaltung nun abkühlen.“ Die IAEA teilte mit, insgesamt vier Atomkraftwerke in der Nähe des Erdbebengebietes seien aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden.

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