Santana und John McLaughlin: Comeback in Montreux

Die beiden legendären Pop-Ikonen Carlos Santana und John McLauhlin kommen nach 40 Jahren wieder ans Jazzfestival nach Mointreux und eröffnen es auch am 1. Juli mit einer Reprise ihres Albums „Love-Devotion, Surrender“, das durch die Inspiration des spirituelen Meisters Sri Chinmoy entstanden ist. In einem Interview in der Sonntagszeitung meint John McLaughlin: „Letztes Jahr wurde mir bewusst, dass ich dieses Jahr 40 Jahre mit Carlos befreundet sein werde. Wir lernten uns 1971 kennen, und 1972 nahmen wir das Album «Love, Devotion, Surrender» auf, dessen Musik wir am 1. Juli zur Premiere des Festivals aufführen werden. Es ist ein sehr spezieller Sound, eine Art Affirmation. In den 70er-Jahren hatten Carlos und ich denselben spirituellen Coach, Guru Sri Chinmoy. Wir versuchten, seine Meditationen in einem musikalischen Statement umzusetzen. Für mich sind diese Gedanken auch heute noch sehr wichtig. Darum halte ich es für an der Zeit, diese Message wieder in die Welt hinauszutragen. Jeder Mensch trägt ein Licht in sich. Aber wir sehen es sehr oft nicht richtig. Musik kann diese Tür zum inneren Licht öffnen, denn in der Musik geht es um Liebe, Toleranz und Akzeptanz. In der Musik lernt man, aufeinander zu hören. Und das ist die wichtigste Botschaft unseres Konzertes. In den 70er-Jahren war diese umfassende Sicht der Dinge weit verbreitet. Heute vielleicht weniger. Warum ist es wichtig, heute diese Gedanken wieder aufleben zu lassen? Die Welt ist härter und gnadenloser geworden. Es ist wichtig, dass wir wieder mehr Humanismus leben, statt zwischen den einzelnen Kulturen und Religionen immer mehr zu polarisieren. Ich denke jeden Tag an Guru Sri Chinmoy, obwohl er vor einigen Jahren von uns gegangen ist. Aber ich denke auch an andere Menschen, die fuür mich wie Gurus waren, zum Beispiel John Coltrane oder Miles Davis – und in gewisser Weise auch Claude Nobs. Alle waren sie für mich wie Lehrer, von denen ich etwas gelernt habe. Und ich habe vor, jeden Tag noch etwas dazuzulernen.“

Und Carlos Santana fügt hinzu: „Die Initiative zu diesem Konzert kam von John und Claude, und ich sagte gerne Ja. Ich fand es eine passende Idee zur momentanen Situation unseres Planeten. Es ist wichtig, dass wir Menschen uns wieder für mehr Erleuchtung öffnen, sei es, indem wir Desmond Tutu oder dem Dalai Lama zuhören, oder sei es, indem wir die Musik von John Coltrane und Miles Davis oder von John und mir hören. Wenn man das Album hört, wird man mit der vielschichtigen Fusion-Musik der 70er-Jahre konfrontiert. Wie passt diese Komplexität zum Thema Erleuchtung? Erleuchtung heisst, etwas zu erkennen, was du immer gewesen bist und immer sein wirst. Unsere komplexe Welt macht viele Menschen konfus und verwirrt. Wir meinen, wir seien beschränkt, einsam, und abgelöst von unserer eigenen Kreativität. Unser Eröffnungskonzert in Montreux unter dem Motto «Invitation to Illumination» soll die Menschen aufwecken und wieder an das Lied erinnern, das sie vielleicht schon lange vergessen haben. Sie werden feststellen, dass sie fähig sind, mit dem Herzen unsere Musik zu verstehen, und so werden sie auch fähig sein, unsere komplexe Welt besser zu verstehen.Es gibt keine Musik ohne Spirit. Aber heute wird die Musik von viel Effekthascherei begleitet. In den 60er-Jahren war das anders. Damals entsprang die Musik aus ein und derselben Bewegung. Es war wie die Explosion eines Vulkans, die durch zwei Kräfte angetrieben wurde: Liebe und Furcht. Diese Kräfte existieren weiter.“ (Photo: Lionel Flusin)

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