John McLaughlin über Gott und Musik

Am 4. Januar feierte der in eine Musikerfamilie geborene Nordengländer John Mc Laughlin seinen 70. Geburtstag. Während sein Stil im Laufe der Jahrzehnte häufig wechselte, blieb eines stets konstant: sein Status als hochvirtuoser Stargitarrist, der sein Instrument perfekt beherrscht. Bis heute trat John McLaughlin auf den ganz großen Bühnen auf, etwa im vergangenen Juli, als er in der Schweiz gemeinsam mit Carlos Santana das Montreux-Jazz-Festival eröffnete. Als junger Mann spielte der Engländer bereits mit Jimi Hendrix (1942-1970). „Ich traf Jimi ein paar Mal“, erzählte er unlängst. „Er brachte frischen Wind in die Welt, besonders in die Gitarrenwelt.“ McLaughlin beschreibt sich selbst als „Kind der Sechziger“, das unter verschiedenen musikalischen Einflüssen aufwuchs. Sein erstes Soloalbum, „Extrapolation“, nahm er im Jahr 1969 auf, sein bisher letztes, „To the One“, vor zwei Jahren. Am bekanntesten ist McLaughlin bis dato aber wohl für sein Wirken Anfang der Siebzigerjahre mit seinem Mahavishnu Orchestra. Die Band wurde von McLaughlins frühem Mentor Miles Davis mitbegründet. Die Musik des Mahavishnu Orchestra zeichnete sich durch einen technisch komplexen Stil sowie indische Rhythmen und spirituelle Elemente aus. Die Spiritualität jener Phase ging einher mit McLaughlins Hinwendung zum Hinduismus. 1972 berichtete der „Spiegel“, der Musiker habe von Guru Sri Chinmoy belehrt, Drogen, Alkohol, Fleisch und Tabak abgeschworen und den indischen Namen Mahavishnu angenommen. „Gott ist der höchste Musiker; ich bin nur das Instrument, auf dem er spielt“, sagte McLaughlin einmal. Kurz darauf spielte er mit der Band Shakti ausschließlich ohne elektronische Verstärkung. Diese Musik war eine Verbindung aus Orient und Okzident und gilt als Vorläufer der Weltmusik. Sie erinnerte stark an klassische indische Musik – und so war der aus Yorkshire stammende Ausnahmemusiker einer der Ersten, die indische Musik im Westen populär machten. Viele weitere Gemeinschaftsarbeiten zieren McLaughlins musikalischen Weg. Man kann ihm sicher nicht vorwerfen, sich je mit dem Erreichten zufriedengegeben zu haben, da er stets neue Wege beschritt. Das gilt auch für die Zukunft: Demnächst startet der Gitarrist eine „Remember Shakti“-Tournee durch Indien. In Europa ist der 70-Jährige dieses Jahr mit „The 4th Dimension“ auf Tour. „Ich bin sehr beschäftigt, aber das ist schon in Ordnung“, sagte McLaughlin. „Das mag ich mehr als Däumchen drehen.“ (Quelle: Sandra Wosk/merkur-online-de/Photo © by dpa)

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