Vorbereitungen für den Zürichsee-Marathon 2013

pfändler

26,4 Kilometer muss Jonas Pfändler am Zürichsee-Marathon zurücklegen – so weit geschwommen ist er noch nie. Für ihn ist Ausdauersport der «purste Sport». Angst hat er nicht, gerade das Ungewisse beim Schwimmen mache für ihn den Reiz des Sportes aus. 

Er zieht sein T-Shirt und seine Hose aus, setzt sich eine Brille auf und bewegt sich, ohne zu zögern, auf das grosse Becken im Freibad Baden zu. Der Himmel ist von dunklen Wolken behangen, geschmeidig gleitet er in das kalte Wasser. Er dreht fünf Runden, ehe er wieder aus dem Becken klettert und seinen athletischen Körper mit einem Handtuch trocknet. Dieser Mann ist hungrig – hungrig nach körperlichen Herausforderungen. «Es gibt so viele Wettbewerbe, an denen ich teilnehmen möchte», sagt Jonas Pfändler. Der in Baden wohnhafte Sportler hat Ambitionen, will sich herausfordern und schauen, wozu sein Körper in der Lage ist. «Ausdauersport ist für mich der purste Sport.»

«Ich habe Ambitionen, Kampfgeist»

Schwimmen sei nicht seine erste Leidenschaft, erzählt Pfändler. Das Joggen und Velofahren habe er lieber, er komme eigentlich vom Triathlon. Und dennoch: Für seine nächste sportliche Herausforderung konzentriert er sich komplett auf das Schwimmen. Am 4. August wagt er sich beim 26. Internationalen Zürichsee-Schwimmen, dem Sri Chinmoy Marathon, ins Wasser und muss 26,4 Kilometer hinlegen – und das, obwohl Pfändler noch nie mehr als 7 Kilometer am Stück geschwommen ist. Wieso tut man sich das an, mögen sich viele fragen. Für Pfändler ist die Antwort einfach: «Ich bin sicher nicht der beste Schwimmer, aber ich habe Ambitionen und Kampfgeist.» Der Weg zur Teilnahme am Wettbewerb sei kein einfacher gewesen, so Pfändler. Es ist ein internationaler Wettbewerb, die Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt und Startplätze sind nur begrenzt. Nur gerade um die 50 Schwimmer können teilnehmen, davon sind nur wenige aus der Schweiz, einer davon ist Pfändler. «Du musst dich anmelden und wirst dann ausgelost», erzählt der 28-Jährige. Er habe sich schon einmal angemeldet, sei das erste Mal aber nicht angenommen worden. Sein Ehrgeiz sei dieses Jahr deshalb umso grösser. Ganz ohne Angst ist der Sportler dennoch nicht. Er habe Respekt vor der Aufgabe, sei nervös. Starker Seegang, das Verlieren der Orientierung durch schlechtes Wetter oder mitten im Schwimmen einen Krampf zu bekommen – das müsse einberechnet werden. Daran will Pfändler, der seit Monaten drei- bis viermal die Woche trainiert, nicht denken. Solche Dinge seien nicht voraussehbar. Und sowieso: «Gerade das Ungewisse beim Schwimmen macht den Reiz des Sportes für mich aus.» Trotzdem werde er von einem Freund mit Boot begleitet, ohne dieses dürfe niemand teilnehmen, es wäre zu gefährlich. Seine grösste Angst sei, dass er das Ziel nicht erreiche und er die Aktion abbrechen muss. 12 Stunden – länger darf Pfändler für die 26,4 Kilometer lange Strecke von Rapperswil bis nach Tiefenbrunnen nicht haben, sonst gilt das Rennen als ungültig und die Mühe und das harte Training wären umsonst. «Aber ich glaube, meine Mutter hat wahrscheinlich sowieso mehr Angst als ich», sagt er und lacht.

Quelle: Yvonne Lichtsteiner/AZ/Photo: Annika Buetschi

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