Das „Wunderkorn“ Quinoa jetzt auch in der Schweiz immer beliebter

quinoaEs sind die Farben eines grandiosen Sonnenuntergangs: von Gelblich-Weiss über Orange, Purpur, Pink, Violett und Bordeaux bis hin zu fast Schwarz – und in allen Schattierungen dazwischen. Die Samen der Quinoa-Pflanze machen optisch ganz schön was her. Und trotzdem sind es ihre inneren Werte, die Schlagzeilen machen: Die UNO will mit der Superpflanze den Hunger in der Welt stillen, die Stars in Hollywood wollen damit die Speckröllchen auf Hüften und Taille bekämpfen.

In der Schweiz ist das Pseudogetreide, das eher mit Spinat und Randen verwandt ist als mit Reis oder Weizen, bis heute vor allem bei Vegetariern beliebt. International hat es aber zum Siegeszug angesetzt. Die Senfkorn-grossen Samen der Pflanze, deren Name eigentlich nicht «Ki-no-a» ausgesprochen wird, sondern «Ki‌in-wa», sehen ein bisschen aus wie Couscous und enthalten als einzige Pflanze alle lebensnotwendigen Aminosäuren, sind besonders reich an Eiweiss, Magnesium und Eisen und enthalten kein Gluten. Die Nasa bezeichnete Quinoa darum in einer wissenschaftlichen Arbeit von 1993 als ideales Essen für den Weltraum: «Obwohl es kein einzelnes Nahrungsmittel gibt, das sämtliche lebenswichtigen Nährstoffe auf sich vereint, kommt Quinoa diesem Anspruch insgesamt am nächsten.»

Zudem lässt sich Quinoa auf äusserst kargen Börden kultivieren, selbst in grosser Höhe und mit wenig Wasser. Seit Tausenden von Jahren wird es darum fast ausschliesslich auf Hochplateaus in den Anden angebaut, vor allem in Bolivien und Peru, zum Teil auch in Ecuador. Die Samen sind von einer Saponin-Schicht umgeben – einer bitter schmeckenden Substanz, die als natürliches Pflanzenschutzmittel dient. Sie schützt den Inkareis, wie Quinoa auch genannt wird, vor Ungeziefer und macht ihn für Vögel ungeniessbar. Damit man Quinoa essen kann, werden die Samen gewaschen und die Schalen abgeschliffen. Aufgrund all dieser Eigenschaften sieht die UNO in Quinoa eine der derzeit besten Möglichkeiten, die Welt in Zukunft ernähren zu können.

Die Schweiz importierte vergangenes Jahr 223 Tonnen Quinoa. Für die Jahre davor sind keine genauen Zahlen erhältlich. Da allerdings der Grossteil der in der Schweiz verkauften Ware das Gütesiegel von Bio-Suisse trägt, geben deren Zahlen einen relativ guten Eindruck der Entwicklung: 2009 wurden 87 Tonnen Bio-Quinoa importiert, 2011 waren es bereits 215 Tonnen. Heute kann man Quinoa nicht mehr nur im Bioladen, sondern auch bei den Grossverteilern kaufen. Die Migros führt es seit 2010 im Sortiment – ausschliesslich in Bioqualität. Und das neue vegane Restaurant SACRED STRENGTH/VEGELATERIA an der Müllerstrasse 64 in Zürich baut Quinoa regelmässig in ihren Menu-Plan ein. (Quelle: Tages-Anzeiger)

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