18.5.: Nein zur Mogelpackung «Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung»

Am 18. Mai 2014 wird das Schweizer Volk über den «Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung» abstimmen. Dabei handelt es sich um den direkten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin», die 200 000 Stimmbürger unterschrieben haben, weil sie sichern wollten, dass es in der Schweiz auch in Zukunft genügend Hausärzte gibt.

Anbei einige Gegenargumente in Kürze:

1. Tatsächlich wird der Gegenentwurf, der nun zur Abstimmung kommt, diesem Anliegen in keiner Weise gerecht. Die 26 Mitglieder des Inititiativkomitees zogen die Initiative ohne Einbezug der Basis der Haus- und der Kinderärzte nach einem Deal mit Bundesrat Berset zurück.

2. Der Gegenentwurf will die fachlich umfassende medizinische Versorgung durch Fachärzte auf eine sogenannt «ausreichende medizinische Grundversorgung» herunterfahren. Der Begriff «medizinische Grundversorgung» wird wortreich, aber äusserst schwammig definiert. Mit den geplanten neuen Versorgungsmodellen würde unser hochentwickeltes Gesundheitswesen heruntergefahren und der Hausarzt soll in seiner bisherigen Form abgeschafft werden; seine Funktionen würden zum Teil auf andere Berufsgruppen verteilt.

3. Die Bundesverfassungsänderung ist Teil einer politischen Agenda von Bundesrat Berset und seinen Vorgängern, die die Gelegenheit nutzten, dem schweizerischen Gesundheitssystem die uns wesensfremden und zentralistischen Reformempfehlungen von OECD und WHO aufzupfropfen. Damit verschafft sich die Bundesverwaltung, sprich das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Definitionsmacht darüber, was die Bevölkerung in Zukunft von unserem Gesundheitswesen zu erwarten hat. Und das BAG hätte den direkten Durchgriff auf jede Arztpraxis.

4. Die Abstimmung über den Gegenentwurf «Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung» ist besonders wichtig, weil auf den neuen Verfassungsartikel eine ganze Reihe problematische Gesetze gestützt werden sollen: die Änderung des Medizinalberufegesetzes, das Gesundheitsberufegesetz, das Elektronische Patientendossiergesetz sowie ein Qualitätsinstitut und ein HTA-Institut (Health Technology Assessment, Agentur und Gesetz zur Kosten-Nutzen-Abwägung). All diese Gesetze weisen bzgl. Zentralismus und Machtkonzentration dieselben Eigenschaften wie das revidierte Epidemiengesetz auf.

5. Einmal mehr muss auf die grosse Bedeutung eines föderalistisch geregelten Gesundheitswesens für unsere Bevölkerung hingewiesen werden: In der Schweiz funktioniert das Gesundheitswesen wie alles, was die Bevölkerung von unten nach oben eingerichtet hat, bestens. Das Erfolgsrezept ist ganz einfach: Direkte Demokratie und Föderalismus sind die besten Mittel, um ein Gemeinwesen solide und nachhaltig zu organisieren. Im schweizerischen Bundesstaat ist es selbstverständlich, dass das Gesundheitswesen, wie übrigens auch die Schule, in der Hand der Kantone liegt. Das Subsidiaritätsprinzip – der Bund greift nur ein, wenn die Kantone ausserstande sind, ihre Aufgaben zu erfüllen – hat sich seit 1848 bestens bewährt. Eine zentralistische Steuerung ist uns Schweizern zutiefst zuwider.

Daniel Roth: Mein Jahr der Selbstexperimente

Ich habe dieses Jahr zu meinem Jahr der Selbstexperimente erklärt. In jedem Monat werde ich entweder auf etwas verzichten, was ich sonst immer tue, oder eine neue Gewohnheit ausprobieren. Ich möchte dabei herausfinden, welche Gewohnheiten mir gut tun und welche nichts zu meiner Zufriedenheit und meinem Wohlbefinden beitragen oder mir sogar eher schaden.

Daniel-und-Katrin-Taunus
Daniel Roth mit Katrin Schäfer

Viele der Selbstexperimente werden natürlich etwas mit Sport und Ernährung zu tun haben, aber auch die Themen Achtsamkeit, Minimalismus und Produktivität bekommen ihren Platz. Meine 12 Selbstexperimente für dieses Jahr sind:

Januar: kein Alkohol

Ich starte mit einer leichten Übung in mein Jahr der Selbstexperimente und trinke im Januar keinen Alkohol. Katrin und ich sind keine großen Trinker – am Wochenende trinken wir gerne mal ein Glas Wein und im Sommer gibt’s auch mal eine Flasche Bier zum Feierabend. Trotzdem streuen wir hin und wieder alkoholfreie Wochen und Monate ein, weil wir den Alkoholgenuss auf keinen Fall zur Gewohnheit werden lassen wollen.

Februar: kein Smartphone

Im Februar werde ich mein Smartphone eintüten und mein altes Sony Ericsson reaktivieren. Kein mobiles Internet, kein Whatsapp, kein Twitter und Facebook. Ich bin gespannt auf diese kleine Zeitreise zurück in die Welt, in der ich bis vor 3 Jahren noch gelebt habe.

März: nichts kaufen außer Lebensmittel

In den letzten Jahren habe ich den Minimalismus für mich entdeckt und Dinge im Wert von tausenden Euro verschenkt, für die ich keine Verwendung mehr hatte. Mit weniger zu leben und zufrieden zu sein kann man lernen – und es ist befreiend!

Im März werde ich so weit wie möglich aus dem Konsumkarussell aussteigen und kein Geld für Dinge ausgeben, die ich nicht unbedingt zum Leben benötige (Lebensmittel, Benzin etc.). Das heißt zum Beispiel: keine Kleidung, keine Kosmetika, keine Bücher usw.

April: Meditation

Im April werde ich mich mit der Meditation auseinandersetzen und täglich einige Minuten lang meditieren.

Mai: kein Koffein (weder Kaffee noch Tee)

Kaffee trinke ich inzwischen nur noch am Wochenende, aber unter der Woche bereite ich mir auf der Arbeit manchmal einen grünen oder schwarzen Tee zu. Im Mai werde ich kein Koffein zu mir nehmen, weder in Form von Kaffee, noch in Form von Tee – auch nicht am Wochenende.

Juni: immer morgens laufen

Frühmorgens zu laufen fällt mir schwer. Ich brauche nach dem Aufstehen einige Zeit, um in die Gänge zu kommen – und wenn ich mich halbwegs wach und leistungsfähig fühle, muss ich mich auch schon auf den Weg zur Arbeit machen.

Wenn ich mich trotzdem zu einem Morgenlauf aufraffen kann ist das aber meistens ein erstes Tageshighlight. Mit Katrin bin ich im letzten Sommer einmal pro Woche mit einem Lauf in den Tag gestartet – die Stille, das Licht und die Luft waren herrlich! Im Juni werde ich deshalb wann immer möglich um 5:45 Uhr aufstehen und den Tag laufend begrüßen.

Juli: Ernährung nach dem 80/10/10 Prinzip

Im vergangenen Juli habe ich das Buch “The 80/10/10 Diet” von Dr. Douglas Graham gelesen. 80/10/10 steht für das von Graham empfohlene Nährstoffverhältnis: 80 Prozent der Kalorien sollen demnach aus Kohlenhydraten stammen, jeweils 10 Prozent aus Eiweiß und Fett. In der Praxis handelt es sich um eine rohvegane Ernährung mit einem extrem hohen Anteil an Obst und Gemüse und nur sehr geringem Fettanteil in Form von Nüssen oder Avocados.

Katrin und ich haben uns im letzten Juli und August weitestgehend nach dem 80/10/10 Prinzip ernährt und uns dabei gesund, fit und leistungsfähig gefühlt. Im Juli werde ich dieses Experiment wiederholen.

August: kein Zucker

Im August werde ich keinen Industriezucker (inklusive Agavendicksaft, Ahornsirup, gesüßten Pflanzendrinks etc.) zu mir nehmen. Wie der “Kein-Alkohol-Monat” wird das eine leichte Übung sein, da Katrin und ich kaum noch Verlangen nach Süßigkeiten haben und höchstens alle zwei Wochen mal eine Tafel Schokolade kaufen.

September: jeden Tag 500 Wörter für beVegt schreiben

Die meisten meiner Artikel für beVegt und Gastbeiträge für andere Blogs entstehen am Wochenende. Ich würde gerne noch produktiver sein und auch unter der Woche frühmorgens und abends mehr schreiben.

Mein Selbstexperiment im September ist deshalb, jeden Tag mindestens 500 Wörter für beVegt zu schreiben. Dabei geht es nicht darum, dass diese 500 Wörter druckreif sein müssen. Es geht um den Akt des Schreibens, nicht um Perfektion.

Oktober: jeden Tag laufen

Wenn ich mich nicht unmittelbar auf einen Wettkampf vorbereite, laufe ich etwa 5-6 Mal pro Woche. An ein bis zwei Tagen bleiben die Laufschuhe im Schrank und ich mache nur etwas Krafttraining mit Kettlebells, Stabilisationsübungen oder Stretching.

Im Oktober werde ich jeden Tag mindestens 8 Kilometer laufen und keine Ruhetage einlegen. Das wird vor allem eine mentale Übung – auch lange Arbeitstage und mieses Wetter sind keine Ausreden!

November: glutenfrei essen

Im November werde ich komplett auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Katrin und ich haben den Glutenanteil in unserer Ernährung in den letzten Jahren immer weiter reduziert und wir haben beide das Gefühl, dass sich das positiv auf unsere Verdauung und unsere Energie auswirkt. Wir essen aber nach wie vor gerne selbstgebackenes Vollkornbrot und geben manchmal Haferflocken in unsere Smoothies. Ich bin gespannt, wie ich mich nach einem komplett glutenfreien Monat fühle.

Dezember: kein Auto

Wir haben seit Mai 2012 ein Auto, weil ich täglich von Frankfurt nach Mainz zur Arbeit pendele. Auch für die Anreise zu Laufwettkämpfen ist ein Auto unheimlich praktisch. Die Wahrheit ist aber, dass ich insgeheim davon träume, wieder autofrei leben zu können und nur noch zu Fuß, mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Im Dezember bleibt das Auto in der Garage stehen. Nach Mainz kommt man schließlich auch mit der Bahn.

PS: Gewohnheiten und die Techniken, mit denen man sie verändern kann, werden in diesem Jahr ein Themenschwerpunkt auf beVegt sein. Ich werde auch immer mal wieder darüber berichten, wie es mir bei meinen Selbstexperimenten ergeht.

Gibt es eine Gewohnheit, die du in diesem Jahr loswerden oder beginnen willst?

QUELLE: www.bevegt.de