Magazin VISIONEN: 7 positive Impulse von Sri Chinmoy

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In der neuesten Ausgabe (8/2014) der Zeitschrift Visionen werden unter dem Titel „Spirituelle Fehlerkultur“ 7 positive Impulse vorgestellt, wie man mit Fehlern umgehen sollte.

1. WÄHLE DAS RICHTIGE! Wenn wir etwas falsch gemacht haben und wissen, dass es Jemanden gibt, der über grenzenlose Gnade und grenzenloses Mitleid verfügt, dann lasst uns bei Ihm Zuflucht suchen. Aber wir müssen uns auch völlig im Klaren darüber sein, dass wir wegen des karmischen Gesetzes nichts Unrechtes tun sollen, denn des Gesetz des Karmas, das Gesetz der Handlung wird sich sonst bei uns melden. Wenn ich weiterhin Fehler begehe, wie kann ich dann ein besseres Leben, ein erfüllenderes Leben erwarten? Nein. Ich muss dafür bezahlen. Gott lässt mir in jedem Augenblick die Wahl, entweder das Richtige zu tun oder, wenn ich mit der Unwissenheit Freundschaft schließe, das Falsche zu tun. Es liegt daher bei mir. Wenn ich das Richtige tue, wird mein Leben selbstverständlich mit Gottes Licht, Frieden, Wonne, Harmonie und Vollkommenheit gesegnet werden, und wenn ich das Falsche tue, muss ich den Preis dafür zahlen, den das Gesetz des Karmas verlangt.

2. TILGE FEHLER SOFORT! Wenn du etwas getan hast, das nicht richtig war, dann versuche das Richtige, das Göttliche zu tun. Diese Sekunde, diese Minute hast du gerade für etwas verwendet. Du konntest sie entweder für einen guten Zweck oder für einen schlechten Zweck verwenden. Wenn du sie für einen schlechten Zweck verwendet hast, dann benutze die nächste Minute für den göttlichen Zweck. Wenn du diesen Moment für einen göttlichen Zweck verwendest, ohne an die vorangegangene Minute zu denken, in der du etwas falsch gemacht hast, was passiert dann? Deine positive Kraft, die Willenskraft, die du eingesetzt hast, um das Richtige zu tun, wird sich dann voll und ganz entfalten. Wenn du jedoch an die vergangene Minute mit einem Gefühl der Schuld, mit dem Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, denkst, und dann entschlossen bist, in der nächsten Minute das Richtige zu tun, ist die Hälfte der Kraft schon wieder im Dunkeln verloren gegangen und dir steht nur noch die halbe Kraft zur Verfügung, um das Richtige zu tun. Versuche deshalb, in der nächsten Minute deine ganze Kraft zu mobilisieren, und tilge so den vorherigen Fehler.

3. KONZENTRIERE DICH AUF DAS GÖTTLICHE! Wenn man eine schlechte Tat im Gedächtnis bewahrt und über sie brütet, verstärkt man unbewusst wieder seine eigene Schuld. Vielleicht denke ich: „Jetzt bereue ich es.“ Aber warum sollte ich bereuen? Wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann habe ich auch die Fähigkeit, das Richtige zu tun. Indem wir all unsere Aufmerksamkeit auf das Richtige lenken, verstärken wir unsere positive Kraft. Das Gefühl der Schuld, der ständige Drang zu Selbstvorwürfen, ist leider in der westlichen Welt allgegenwärtig. Wenn meine Quelle Gott ist, das absolute, unendliche Licht, wenn ich weiß, dass ich genau von dort gekommen bin, dann muss ich eines Tages zu meiner Quelle zurückkehren. Während meines Aufenthalts auf der Erde habe ich leider einige ungesunde, unstrebsame und sehr negative Erfahrungen gemacht. Jetzt muss ich diese unglücklichen Erfahrungen loswerden und erfüllende Erfahrungen in meinem Leben erhalten. Darum muss ich mich ausschließlich auf das Richtige konzentrieren, das Göttliche, das mich erfüllen wird, und nicht auf die Dinge, die mir im Wege standen.

4. NIMM FEHLER ALS UNVOLLKOMMENE WAHRHEITEN! Was bedeutet es letzten Endes, einen Fehler zu machen? Wenn wir glauben, dass ein Fehler etwas ist, auf das Strafe folgen muss, dann liegen wir völlig falsch. Betrachten wir einen Fehler zuerst einmal als Misserfolg. Was ist ein Misserfolg? Misserfolge sind die Säulen des Erfolges. Sehen wir den Misserfolg als Gottes Erfahrung in uns. Gott erfährt Sich ständig in und durch uns, gleichzeitig läuft Er und trägt uns dabei zum letztendlichen Ziel der Vollkommenheit. Betrachten wir Misserfolge als Halbwahrheiten. Wenn wir sie als etwas Schändliches und Unverzeihliches betrachten, werden sie niemals berichtigt und zu Wahrheiten umgeformt werden. Nur wenn wir Fehler als unvollkommene oder unendlich kleine Wahrheiten ansehen, wenn wir in einem Fehler eine Spur Wahrheit sehen, können wir fühlen, dass der Fehler korrigiert und in Wahrheit umgewandelt werden kann.

5. FORME FEHLER IN BRAUCHBARES UM! Der bloße Gedanke, einen Fehler als etwas Schmachvolles zu betrachten oder als etwas, worüber man nicht spricht, schafft eine falsche Schwingung. Wir sollten uns immer mit unserem weitesten Teil identifizieren, dem Teil, der alles umarmt, der die ganze Welt und die ganze Menschheit umfasst. Wenn wir das tun, ist unser so genannter Fehler kein Fehler mehr. Dann fühlen wir, dass er nur eine Unvollkommenheit darstellt. Es ist ein Spiel der Unvollkommenheit, das wir unbewusst und nicht vorsätzlich gespielt haben. Tatsächlich distanzieren wir uns aber von dem Fehler, als ob er etwas Schmutziges, Unanständiges oder so Hässliches wäre, dass wir ihn nicht anfassen könnten. Mit dieser Einstellung werden wir niemals Fortschritt machen. Sehen wir den Fehler stattdessen als einen Klumpen Ton. Diesen Tonklumpen kann man leicht modellieren und in eine andere Form bringen. Wenn wir genug Weisheit, genug Licht haben, können wir dann diesen umgeformten Tonklumpen für verschiedene Zwecke verwenden.

6. BETRACHTE FEHLER ALS SEGEN! Statt jeden Fehler als einen Fluch zu sehen, können wir ihn als Segen auffassen. Natürlich sollten wir in erster Linie nicht bewusst und absichtlich Fehler begehen. Aber wenn uns ein Fehler in unserer inneren Natur, in unserer vitalen Natur, in unserer physischen Natur und in unserem äußeren oder physischen Verstand passiert, sollten wir sofort bereit sein, den Fehler uns und Gott gegenüber einzugestehen. Durch unser Geständnis werden wir sofort wieder frei. Andernfalls würde sich ein Berg von Fehlern in uns auftürmen. In dem Augenblick, wo wir den Mut aufbringen, unseren Fehler einzugestehen, kommt Gottes allmächtiger Schutz auf uns zugelaufen. Sein Schutz gewährt uns Zuflucht. Sein Schutz wird sofort zu unserem sicheren Hafen.

7. VERTRAUE AUF GOTTES VERWANDELNDE LIEBE! Aus Unwissenheit machen wir etwas falsch, und dann haben wir wegen unserer Fehler ein schlechtes Gewissen. Statt dessen sollte uns als erstes folgender Gedanke in den Sinn kommen: „Wenn ich die Macht habe, etwas falsch zu machen, dann hat Gott die Macht, mir zu vergeben.“ Falls wir etwas sehr Schlechtes getan haben, dürfen wir nicht glauben, dass es keine Macht im Universum gibt, die unsere falschen Handlungen tilgen kann. Zugegeben, wir haben etwas falsch gemacht, doch Gott ist unendlich viel stärker, als wir es sind, und wir sollten uns daran erinnern, dass Er reines Mitleid ist. Wann immer wir meditie- ren, sollten wir fühlen, dass Gott reine Liebe ist. Er wird uns nicht bestrafen. Mit Seinem unendlichen Mitleid wird er uns verwandeln. Aber wenn wir uns in Schuldgefühlen ergehen, wird uns Gott nicht retten können.

– Sri Chinmoy

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