Robert Bösch: Die schönsten Touren in Eis und Fels

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Der Fotograf Robert Bösch zeigt die Schweizer Alpen aus ungewohnten Perspektiven – denn er hängt mit den Seilschaften in der Wand. Sein Bildband ist ein Meilenstein der Bergfotografie. Die Kunst des Fotografen besteht darin, den Zermatter Hausberg von allem Almgedudel und Kuhglockengeläut zu entschlacken – und seiner für alle ersichtlichen Schönheit dadurch eine tiefere Dimension zu verleihen. Dem Schweizer Robert Bösch ist das gelungen: Seine Aufnahme von der Nordwand des Matterhorns – die Spitze berührt von den ersten Sonnenstrahlen, der Fuß noch eingetaucht in düsteren Morgennebel – zählt zu einem der Glanzpunkte seines Bildbands „Schweiz Alpin“. Der Fotograf Robert Bösch, ein Meister seines Fachs, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die „schönsten Touren“ des Schweizer Hochgebirges in Bildern festzuhalten. Herausgekommen ist nun, nach mehr als drei Jahren intensiver Arbeit, ein opulentes Werk, das Maßstäbe setzt: Verwegenen Ansichten von Extremkletterern in senkrechten Felsformationen wie der Schafbergwand oder dem Excalibur in den Wendenstöcken folgen schwärmerische Motive wie der Mondaufgang über dem Piz Bernina oder der Welt entrückte Momentaufnahmen wie die des einsamen Tourengängers in der Gletscherwelt am Südwestgrat des Mönchs. Es ist das Paradies in Eis und Stein, darüber nichts als Himmel.

Der Reiz der Aufnahmen liegt vor allem in ihrer authentischen Kraft. Der 54-jährige Bösch, ein erfahrener Extrembergsteiger, verzichtete fast vollständig auf gestellte Aufnahmen. Für sein Projekt tat er sich zusammen mit Top-Athleten wie seinen Landsleuten Ueli Steck oder Thomas Wälti. Er hängt mit den Seilschaften im Fels, häufig auch im Vorstieg, und er klettert mit seinen Partnern an monströsen Eistürmen empor. Bösch zeigt den Blick aus der Wand, nicht nur den Blick auf die Wand. Der Effekt: Höhe, Tiefe, Weite, Steilheit und Ausgesetztheit zeigen sich den (meisten) Betrachtern in einer neuen Dimension. Es ist dem Fotografen ein Anliegen, mit seinem Bildband nicht nur Anschauungsmaterial zum Träumen anzubieten. Bösch will dazu anregen, seine Tourenauswahl „von einfachen bis zu sehr schwierigen Felsrouten, von klassischen Hochtouren in Fels und Eis bis zu den ganz extremen kombinierten Mixedrouten“ – je nach bergsteigerischem Können – selber auszuprobieren. Robert Bösch: „Schweiz Alpin. Die schönsten Touren in Eis und Fels“. 272 Seiten; AS- Verlag, Zürich 2008 (Quelle: SPIEGEL online)

Der Weg des Buddha – ein neuer Bildband

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Ausgehend von jenem kleinen Gebiet an der indisch-nepalesischen Grenze, wo der historische Buddha lebte und seine Lehre entwickelte,  zeichnet Bruno Baumann im neuen Bildband die Wege nach, die der Buddhismus von seinem Ursprung aus nahm und wie er von den Kulturen, auf die er traf, beeinflusst wurde. Der Buddhismus war von Anfang an keine homogene, sondern eine sehr vielgestaltige Bewegung. Zwar ist das Ziel aller Buddhisten gleich, nämlich Befreiung durch Erleuchtung zu erlangen, doch die Wege und Methoden, die dazu entwickelt wurden, sind sehr unterschiedlich. Bereits in Indien hat die Lehre des Buddha eine tiefgreifende  Wandlung durchgemacht. Es entstanden neue Richtugen wie Theravada, Mahayana und Trantrayana. Diese spalteten sich im Laufe der Zeit weiter auf, wobei sich in China und Japan sogar neue Lehrsysteme entwickelten, die keinem indischen Vorbild mehr folgten. Die Fähigkeiten, einen Dialog mit anderen Kulturen einzugehen, lässt sich auch am Bild des Buddha erkennen. Es besitzt zwar feste Merkmale, gleichzeitig hat es jedoch lokales Kolorit angenommen. Im Anschluss an die jeweiligen Kapitel des vorliegendes Bildbandes lässt Bruno Baumann namhafte Persönlichkeiten des Buddhismus der Gegenwart zu Wort kommen wie zum Beispiel den Dalai Lama oder Thich Nhâ Hanh, die gleichsam stellvertretend für die verschiedenen Richtungen und Wege stehen. Sie schildern ihr persönliches Verhältnis zum historischen Buddha und nehmen zu Aspekten seiner Lehre Stellung.

Bei der Ansicht des Bildbandes ist mir nur eine kleine visielle Lücke aufgefallen. Der grosse Buddha von Kamakura (Japan), genannt Daibutsu ist nur mit einer kleinen Detailaufnahme, nicht aber in der majestätischen Gesamtform abgebildet. Dies ist meines Erachtens schade, da gerade dieser Buddha gemäss Aussagen prominenter Buddhakenner dem Originalbild und der ürsprünglichen Ausstrahlung des Buddhas am echtesten entspricht. Im übrigen ist der Bildband ein äusserst empfehlenswertes Werk, das sich kein Liebhaber des Buddhismus entgehen lassen sollte. Er ist erschienen im terra magica Verlag (ISBN 978-3-7243-1004-4). Ich möchte hier auch auf noch auf ein Interview mit Bruno Baumann hinweisen, dass ich im Rahmen meiner monatlichen Podcast-Serie LIFE Voices im Internet publiziert habe. Es ist zu sehen auf srichinmoy.tv (in 3 Grössen zum downloaden oder direkt anschauen) oder auf vimeo (HD).