Politiker in Deutschland und der Schweiz verlangen Überdenken der Atomkraft

Endlich sind auch in Deutschland Stimmen zu hören, die Atomkraftwerke in Frage stellen. Wie der Spiegel online heute berichtet, forderte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel die Rücknahme der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkrafte. „Die ältesten deutschen Atomkraftwerke müssen vom Netz“, sagte er am Sonntag im Willy-Brandt-Haus. Zum Teil seien das alte Siedewassereaktoren wie in Japan. Die Katastrophe in Japan sei eingetreten, weil die Stromversorgung der Reaktoren ausgefallen sei. Es gebe auch in Deutschland denkbare Fälle, in denen die Stromversorgung zusammenbreche. Die Regierung müsse nun handeln. „Sonst ist das nur eine Beschwichtigung vor den Landtagswahlen“, sagte Gabriel. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat die Ankündigung der Bundesregierung kritisiert, die Sicherheitsstandards deutscher Atomkraftwerke zu überprüfen. „Es ist eine zweideutige Botschaft, auf der einen Seite zu behaupten, deutsche Anlagen seien sicher, auf der anderen Seite eine Überprüfung anzukündigen, wie es die Kanzlerin tat“, sagte Trittin und forderte erneut einen raschen Atomausstieg. „Kein Reaktor der Welt, auch keiner in Deutschland, ist für den Fall einer Kernschmelze ausgelegt.“

Der Chef der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, hat als Konsequenz aus der Atomkatastrophe in Japan die Rückkehr zum Atomausstieg gefordert. „Deutschland sollte wieder auf diesen Pfad einschwenken und die Kernkraftwerke wie im Atomausstiegsbeschluss vorgesehen abschalten“, sagte Kohler dem „Handelsblatt“. Zudem sollten in Deutschland die Reaktoren abgeschaltet werden, die vom Anlagentyp mit der japanischen Anlage Fukushima 1 vergleichbar sind: „Die sechs Siedewasser-Reaktoren, die in Deutschland noch laufen, müssen sofort vom Netz.“ Die Notstromversorgung, die in Japan versagt hat, sei eine Achillesferse für Atomkraftwerke aller Bauarten.

Und die neueste Ausgabe des deutschen Nachrichtenmgazins „Der Spiegel“ trägt den Titel „Das Ende des Atomzeitalters“!

Während in Japan immer noch der Super-GAU droht, entbrennt auch in der Schweiz eine Debatte um die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke. Selbst Atombefürworter sind nachdenklich. So sagt Rolf Büttiker, FDP Ständerat und Verwaltungsrat des AKW Leibstadt gegenüber der SDA: «Wir können nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.» Was in Japan passiert ist, solle uns zu denken geben. «Mich hat der Vorfall schockiert», so Büttiker.  Auch die Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz beschäftigt die prekäre Lage in Japan sehr. Eine hitzige Diskussion in der Kommentarspalte ausgelöst hat die gestrige Forderung der SP Bern. Die Kantonlpartei verlangt, das AKW Mühleberg zu schliessen. Viele stimmen zu: «Jeder, der nun noch behauptet, Atomkraftwerke seien sicher, spielt mit dem Leben aller», schreibt Marco Lardi. Auch Laura Feldmann ist überzeugt, «dass man diese Technologie nicht im Griff hat». Dabei sorgen sich viele Leser nicht nur vor dem in die Jahre gekommenen AKW Mühleberg, sondern auch um andere Anlagen in der Schweiz. «Das AKW in Leibstadt ist derselbe Typ wie in Fukushima und liegt keine 60 Kilometer vom Epizentrum des stärksten Erdbebens entfernt, das sich in historischen Zeiten nördlich der Alpen ereignet hat», warnt Andreas Weibel.

Deutschland soll Solarstrom aus Afrika erhalten

Picture-2Deutsche Haushalte sollen mit Solarstrom aus Afrika versorgt werden. Dies verlangt eine Initiative zwanzig grosser Konzerne, wie die «Süddeutsche Zeitung» in ihrer Dienstagausgabe berichtet. Mitte Juli wollen sich die Firmen, darunter die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, Siemens, die Deutsche Bank und RWE, zu einem Konsortium für das spektakuläre Vorhaben zusammenschliessen. Gemäss den Angaben soll der Bau riesiger Solarkraftwerke in den Wüsten Nordafrikas 400 Milliarden Euro kosten und in zehn Jahren den ersten Strom liefern. Dabei dürfte es sich um eine der grössten privaten Ökostrom-Initiative aller Zeiten handeln.Schon lange setzen Wissenschaftler grosse Hoffnungen auf die Gewinnung von Solarstrom aus der Wüste. Das Milliardenprojekt Desertec soll nun beweisen, dass sich Strom auf diese Weise auch wirtschaftlich produzieren lässt. (Quelle: news.ch)

Ökodorf aus Stroh, Lehm und Holz in Deutschland

Wie news.ch berichtet, ist das Öko-Pionierdorf Siebenlinden in Norddeutschland fast ausschliesslich aus natürlichen, regional verfügbaren Rohstoffen Holz, Lehm, Strohballen, «Isoflock» und Hanf gebaut worden. Mit Strohballen lassen sich auf einfache Weise hochwärmegedämmte, umweltfreundliche Wohnhäuser erstellen. Strohballen können als Wärme- und Schalldämmende Ausfachung in ein Holzständerwerk eingesetzt und mit Lehm verputzt oder verkleidet werden. Der Stromverbrauch der genossenschaftlich organisierten Siedlung beträgt 500 kWh pro Bewohner und Jahr, wie aus der Website der Modellsiedlung hervorgeht. Dies ist im Vergleich zum Landesdurchschnitt etwa ein Drittel, weil keine Elektroheizer, -Warmwasserbereiter oder -herde verwendet werden. Mit derzeit über 4m² Photovoltaikanlage pro Bewohner am Netz kann der Eigenbedarf an Strom gedeckt werden. Die Überschüsse werden in das öffentliche Netz gespiesen. Nachts und an trüben Tagen und vor allem im Winter fliesst Strom aus dem Netz zurück. Die Bewohner denken nach eigenen Angaben deshalb über einen Windgenerator, Wärme-Kraft-Kopplung und Stromspeicherstationen nach.

Das Dorf hat für sich einen lokal geschlossenen Wasserkreislauf eingerichtet. 35 m³ Grundwasser pro Jahr und Bewohner bzw. knapp 100ltr/Tag werden über 2 Brunnenrohre aus ca. 45 m Tiefe mit je einer Elektropumpe entnommen. Bis jetzt sind einige Betriebe, z.B. ein Seminarbetrieb, ein Gartenbaubetrieb, eine Schmuckschmiede, ein kleiner Verlag, eine Tischlerei, eine Obstbaumschule und ein Pferde-Fuhr-Betrieb entstanden. In fünf unterschiedlichen Einsatzstellen bietet sich jungen Leuten die Möglichkeit, ein freiwilliges Ökologisches Jahr zu absolvieren. Weitere Infos auf www.siebenlinden.de.

Barack Obama als Puppe erhältlich

Wie die Agentur AP mitteilt ist der designierte US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, jetzt in Deutschland als Puppe erhältlich. Die 36 Zentimeter große Figur trägt einen dunklen Seidenanzug und schwarze Lederschuhe, wie Puppenmacher Marcel Offermann am Montag in Neuss sagte. Der Inhaber einer Puppenklinik hat bereits Puppen von Kanzlerin Angela Merkel, Papst Benedikt XVI. und dem Dalai Lama auf den Markt gebracht. «Ich bin begeistert, dass es in den USA einen schwarzen Präsidentschaftskandidaten gibt», sagte Offermann. Daher habe er die Idee gehabt, Obama als Puppe zu verewigen. Sogar die blaue Krawatte der Figur sei typisch für den demokratischen Politiker: «Die trägt er bei 80 Prozent seiner Auftritte.» Die Puppe ist auf 999 Stück limitiert und kostet 139 €.