Elektroautos sollen durch Tauschakkus attraktiver werden

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Renault plant für 2011 vier Elektroautos

Einer Untersuchung des Instituts für Entrepreneurship und Technologie an der Universität Berkeley zufolge könnten austauschbare Akkumulatoren zum endgültigen Durchbruch von elektrisch betriebenen Fahrzeugen führen. Elektroautos könnten so ohne die teuren Energiespeicher vertrieben werden und würden den amerikanischen Markt aufgrund sich ergebender Preisvorteile bis 2030 dominieren, so der Tenor der Experten. Fahrzeughalter würden die zur Fortbewegung nötigen Akkus einfach leasen und müssten diese bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen nicht länger berappen. Im Falle einer Realisierung dieses Ansatzes, der den Aufbau und die Instandhaltung eines adäquaten Netzes von Akkulade- bzw. Tauschstationen vorsieht, wird in den USA mit einer 62-prozentigen Verringerung der CO2-Emissionen, verglichen mit den Werten von 2005, gerechnet. «Solche Geschäftsmodelle wie etwa von Better Place sind zwar schon seit längerem bekannt. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass die Akkubatterie als Kernelement des Elektrofahrzeugs zu einem kollektiven Gegenstand gemacht werden kann, zumal Leistungsfähigkeit und Haltbarkeit massgeblich von Handhabe bzw. Pflege abhängen», sagt hingegen Martin Pulfer, Leiter der Energieforschungsprogramme Verkehr und Akkumulatoren, vom Bundesamt für Energie. Angesichts von Ladezeiten zwischen drei und sieben Stunden müssten Tauschstationen über riesige Ladeeinrichtungen verfügen.

Die Batterien sind und bleiben wohl in ökonomischer wie technischer Hinsicht der Knackpunkt bei der Elektrifizierung des Strassenverkehrs. Zur Zeit könnten maximal 200 Wattstunden Strom mit einem Kilogramm Batteriemasse gespeichert werden. Für 130 Kilometer Elektromobilität mit einem PKW seien jedoch etwa 20 Kilowattstunden Strom und damit 100 Kilogramm Masse zur Speicherung nötig, so Pulfer weiter. Von den US-Wissenschaftern werden jedoch entscheidende Vorteile auf Seiten der Konsumenten gesehen. Angesichts aktueller Batteriepreise und steuerlicher Rahmenbedingungen würden Elektroautos, die auf einfache Weise mit Akkumulatoren bestückt werden können, in den USA schon ab 2012 im Schnitt 7500 Dollar weniger kosten als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, so Thomas Becker, Wirtschaftswissenschafter an der Universität Berkeley und Autor der Studie. TauschIm Falle einer funktionierenden Infrastruktur würde sich auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen beträchtlich erhöhen, da entladene Akkubatterien an Tauschstationen einfach mit aufgeladenen ersetzt werden könnten. Die Fahrzeuginhaber müssten sich über Robustheit und Kapazität von Akkumulatoren auch nicht länger den Kopf zerbrechen. Notwendig werdende Hardware-Upgrades würden von den Betreiberfirmen durchgeführt, deren Geschäftsmodell sich mit jenem von Mobilfunknetzbetreibern vergleichen liesse.

Die Studie bezieht sich auf den amerikanischen Markt, in Europa scheinen die Konsumenten im Hinblick auf Erwerb und Betrieb eines Elektroautos indes nicht minder aufgeschlossen zu sein. Die fehlende Infrastruktur und die immer noch hohen Kosten für leistungsfähige Akkumulatoren sind jedoch auch hierzulande als die zentralen Hindernisse für die baldige Verbreitung von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb anzusehen. (Quelle: news.ch)

Akku-Wechselstationen sollen Elektroautos populär machen

Picture-5Elektroautos sind bislang eher für Pendler interessant. Ob Elektrosmart, Tesla Roadster oder Think City – wer mit seinem Stromer lange Überlandfahrten absolvieren will, muss nach dem derzeitigen Stand der Technik Übernachtungen einplanen. Spätestens nach 200 Kilometern Autobahn ist der Akku in der Regel leer. Der Ladevorgang an einer herkömmlichen Steckdose dauert etliche StundenBetter Place, eine Firma des ehemaligen SAP-Vorstands Shai Agassi, möchte dieses Problem lösen. Das Unternehmen stellt keine eigenen Elektroautos her, sondern möchte gewissermaßen der Tankwart des Stromer-Zeitalters werden. Better Place plant in mehreren Ländern den flächendeckenden Aufbau von Ladestationen für Elektrovehikel. Die Firma geht zwar davon aus, dass viele Autobesitzer in Zukunft ihre Fahrzeuge über Nacht an der Steckdose aufladen werden. Für lange Fahrten setzt Agassi jedoch auf automatisierte Servicestationen, an denen Fahrzeugbesitzer ihre Akkublöcke austauschen lassen können. Einen Prototypen dieser Technik stellte die Firma nun in Yokohama vor. Das Robotersystem arbeitet mit zwei Schlitten, die sich auf einem automatischen Schienensystem bewegen. Einer hält die geladene Batterie, während der andere die leere entfernt. Sie wandert automatisch in eine Ladevorrichtung und wird für den Einsatz im nächsten Fahrzeug vorbereitetDamit dieses System praktikabel wird, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Der Fahrzeugboden muss eine Öffnung für den Akkuaustausch haben, und die im Pkw eingesetzten Akkus müssen normiert sein. Bei der Demonstration in Yokohama zeigte Better Place einen Nissan-Crossover-Prototypen, der über eine entspreche Vorrichtung verfügt. Bisher gibt es weltweit aber noch kein Serienfahrzeug, das mit der Austauschstation kompatibel ist. (Quelle: SPIEGEL online)

Autos der Zukunft fahren elektrisch

renaultzeconcept1Dr. Eveline Steinberger, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, präsentierte heute gemeinsam mit den Studienautoren Bernhard Haider und Erwin Smole von Price Waterhouse Coopers eine Studie zu den Auswirkungen von Elektromobilität auf die österreichische Energiewirtschaft. Inhalt der Untersuchung war eine Analyse der Auswirkungen von Elektrofahrzeugen auf die österreichische Energiewirtschaft. Vorausgesetzt wurde, dass alle Batterien über das öffentliche Netz aufgeladen werden. Angenommen wurde außerdem, reine Elektroautos einzusetzen, d.h., die Fahrzeuge werden nur mit Batterien und ohne Verbrennungsmotoren betrieben. Um eine seriöse Prognose abgeben zu können, wurde das Jahr 2020 als Zeithorizont eingesetzt. Für 2020 wurde ein 20 Prozent Anteil Elektrofahrzeugen angenommen, was etwa einer Million E-Autos in Österreich zu diesem Zeitpunkt entspricht. Weiters wurde vorausgesetzt, dass alle Batterien über das öffentliche Netz aufgeladen werden. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind: Eine Energieeffizienzsteigerung um + 8,7 TWh ist möglich, womit bereits 38% der österreichischen Energieeffizienzziele 2020 erreichbar wären! Dadurch wäre eine nachhaltige Reduktion der Treibhausgase von jährlich etwa 2 Millionen Tonnen möglich.

Wesentliche Studienerkenntnisse im Detail

Die Einführung von 20% Elektrofahrzeugen (ca. 1 Mio. Fahrzeuge) würde den österreichischen Stromverbrauch um ca. 3 % erhöhen, ein Ausbau von Kraftwerken wäre aber dennoch nicht notwendig.

Die Stromverbrauchsanalyse über einen durchschnittlichen Werktag zeigt, dass die bestehende Netzinfrastruktur ausreichend ist und Adaptionen im Verteilnetzbereich nur beim Bau der Ladestationen notwendig sein werden. Eine Netzverstärkung ist bei einem Anteil von 20% Elektrofahrzeugen an den Gesamtfahrzeugen nicht notwendig.

Bei einer Einführung in ganz Österreich wären ca. 16.200 Ladestationen notwendig. Dafür müssten 650 Mio. EUR investiert werden. Setzt man den Ausbauschwerpunkt nur auf Städte, wären ca. 2.800 Ladestationen notwendig, wofür ca. 111 Mio. EUR für Ladestationen inkl. Netzanschluss investiert werden müssten.

Ausgehend von einem Stromerzeugungsmix, der in etwa der heutigen Stromerzeugung entspricht, würden sich die spezifischen CO2-Emissionen der PKWs auf 40 g/km reduzieren. Dies würde einer Reduktion um 2/3 der derzeitigen spezifischen Emissionen von konventionellen Kraftfahrzeugen entsprechen.

Die Klimabilanz (gesamte CO2 Emissionen Österreichs) würde sich um knapp 2 Mio. t CO2 verbessern. Dies entspricht einer Reduktion von 16% der CO2 Emissionen von PKWs, leichten Nutzfahrzeugen und einspurigen Fahrzeugen, wobei hier ein Stromerzeugungsmix angenommen wird, der der heutigen Stromerzeugung entspricht.

Für die Volkswirtschaft ergibt die Einführung von Elektrofahrzeugen einen positiven Nettoeffekt von rund 1,3 Mrd. EUR, wobei der Effekt für Staatsausgaben in etwa neutral ist und sich für Investitionen insgesamt ein positiver Effekt von 1,3 Mrd. EUR ergibt (ca. 10% des derzeitigen Branchenumsatzes der Energiewirtschaft).

Elektrofahrzeuge haben insgesamt einen höheren Wirkungsgrad als konventionelle Fahrzeuge. Die Einführung von 20% Elektrofahrzeugen würde ca. 8,4 TWh Energie einsparen. Das entspricht ca. 37% des Energieeffizienzziels für 2016.

Bernhard Haider PwC PricewaterhouseCoopers GmbH erklärt: “Die Studie hat gezeigt, dass eine Einführung von Elektrofahrzeugen kaum Auswirkungen auf die Kraftwerkserzeugung hat. Zwar müssen Investitionen in die Ladestationen getätigt werden, grundsätzlich ist die bestehende Netzinfrastruktur aber ausreichend. Elektrofahrzeuge würden einen positiven Beitrag zu den CO2 Emissionszielen und auch den Energieeffizienzzielen liefern, wobei dabei auch ein positiver volkswirtschaftlicher Effekt erzielt werden kann“.

Elektrofahrzeuge von Renault und Nissan

Ab Mitte 2011 werden neu konstruierte Renault-Modelle mit reinem Elektroantrieb erhältlich sein. Die abgasfreien Fahrzeuge sollen laut Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn „Fahrspaß bereiten“. Sie besitzen Lithium-Ionen-Batterien, die zusammen mit dem Allianzpartner Nissan und dem japanischen Batteriehersteller NEC entwickelt werden.

Mehr Elektromobilität in Dänemark

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Better Place, weltweit führender Betreiber im Bereich Elektromobilität, gab diese Woche bekannt, gemeinsam mit DONG Energy € 103 Millionen Euro (770 Mio. Dänische Kronen) in Aktien und Wandelanleihen für den Aufbau elektrischer Mobilität in Dänemark zu investieren. Dong Energy wird als Vorzugslieferant erneuerbare Energie für den Betrieb der Aufladestationen liefern. Damit errichten Better Place und Dong gemeinsam die Voraussetzungen, um wie geplant bis 2011 einen entsprechend großen Markt für Elektrofahrzeuge in Dänemark zu schaffen.  Auch Dänemarks Politik will diesen Weg erfolgreich unterstützen. Dänemark will die CO2-Emissionen des Landes bis 2012 um 21 Prozent senken. Würde man alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit emissionsfreien Elektrofahrzeugen austauschen, so könnte Dänemark seine Emissionen um rund 17 Prozent verringern. Aus diesem Grund setzt die dänische Regierung Anreize, damit abgasfreie Fahrzeuge verkauft werden. Diese sollen steuerfrei bleiben. Im Gegenzug sollen bis zu 180 Prozent Steuern beim Kauf von benzinbetriebenen Autos eingehoben werden. Derzeit werden rund sieben Prozent der dänischen Wind-Stromerzeugung in andere Länder exportiert, weil es keine Möglichkeit gibt, die überschüssige Energie vor Ort zu nutzen. Mit der „Better Place“ Modell entsteht in Dänemark die Möglichkeit, diese erneuerbare Energie für Elektrofahrzeuge und ihre Batterien zu nutzen und so die Wind-Stromerzeugung für den Transportbereich zu nutzen. „Dänemark hat die Gelegenheit, der Welt vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen zu zeigen, wie die Zukunft der Mobilität aussieht“, erklärte Shai Agassi, Gründer und CEO von Better Place. „Wir wollen durch unseren Einsatz den Ausstoß von CO2-Emissionen zu verringern und den Verbrauch von erneuerbaren Energien durch die effizientere Nutzung von Windkraft erhöhen“, meinte Anders Eldrup, CEO und Präsident von DONG Energy.

Vermehrt Hybridmodelle am Pariser Autosalon 2008

Peugeot stellt mit dem Konzeptfahrzeug Prologue die Idee eines künftigen Hybrid-Crossover-Fahrzeug vor, das auch rein elektrisch fahren kann.

Wie der Tages-Anzeiger heute in seiner online-Ausgabe berichtet, schreitet die Elektrifizierung des Antriebs immer weiter voran. Auf dem diese Woche beginnenden Autosalon in Paris (4.-19. Oktober) wird man deshalb mehr Hybridfahrzeuge und Elektroautos sehen als auf jeder anderen Messe zuvor. Erstmals sind die meisten Hybrid- und Elekroautos keine Studien und Absichtserklärungen mehr. Sondern im Rampenlicht stehen Serienmodelle, die man sofort oder zumindest in sehr naher Zukunft kaufen kann. Natürlich werden Stromer trotz allem in den nächsten Jahren noch in der Minderheit bleiben. Aber auch bei ihren konventionellen Neuheiten beweisen die Autohersteller eine gewisse Bodenhaftung: Nicht Luxuslimousinen und Spitzensportler, sondern Cityflitzer und Kompaktwagen geben an der Seine den Ton an. Gespannt ist man auch auf die Serienfassung des Chevrolet Volt, der als erstes Elektroauto in zwei Jahren auf den Markt kommen soll und den Kunden mithilfe eines eingebauten Notstromaggregates die Angst vor der Ebbe im Akku nehmen will. Er ist zwar das wichtigste, aber beileibe nicht das einzige Elektroauto auf der Messe. Bei Mercedes steht der neue Smart mit Lithium-Ionen-Akku für den Flottenversuch in Berlin, auf den Mini womöglich mit einem vergleichbaren Konzept reagiert. Und selbst der Reifenhersteller Michelin hat gemeinsam mit Sportwagenhersteller Venturi einen City-Stromer angekündigt.

Wo es noch nicht ganz für die Abkehr vom Verbrennungsmotor reicht, greift die Elektrik den Benzinern und Dieseln zumindest immer öfter unter die Arme: Hybrid-Antrieb heisst noch immer das Zauberwort, das die schleichende Abkehr vom Mineralöl vorantreibt. Während man bei Hybrid-Pionier Toyota noch immer auf den neuen Prius wartet und Honda als ewiger Zweiter mit dem Entwurf für einen preisgünstigen «Volkshybriden» einen neuen Anlauf auf die Führungsposition nimmt, setzten die Europäer jetzt endlich zum Befreiungsschlag an und zeigen selbst eine ganze Reihe von Hybrid-Modellen bis hinauf in die Oberklasse. So wollen Mercedes und BMW mit fertig entwickelten oder zumindest beinahe serienreifen Teilzeitstromern in der S-Klasse und im 7er beweisen, dass der sparsame Umgang mit Kraftstoff kein Privileg von Kleinwagen mehr ist. VW zeigt den Golf als «TwinDrive», und bei Peugeot, Citroën oder Renault gibt es kaum eine Designstudie, die nicht mit einem Hybridkonzept – vorzugsweise in Kombination mit einem Diesel – bestückt wäre.