Pilgerwege zum Kailash

Es gibt keinen Berg auf der Erde, der sich mit dem Kailash vergleichen läßt, weder in der Form, noch in der Umgebung, geschweige denn in seiner Bedeutung. Er ist höchstes Pilgerziel für Angehörige von vier Religionen. Hindu, Buddhisten, Jain und Bön verehren ihn gleichermaßen.  In seiner unmittelbaren Umgebung entspringen vier der größten Flüsse Asiens – Indus, Brahmaputra, Surley, Karnali – und fließen wie Speichen eines Rades in alle vier Himmelsrichtungen hinweg. Er gilt als Zentrum eines von der Natur geschaffenen Mandala, zu dem ebenso die beiden vorgelagerten Seen Manasarovar und Raksastal zählen wie die als Heiligtümer verehrten Quellen der Flüsse. Seit urdenklichen Zeiten kommen die Pilger aus allen Teilen Tibets, aber auch aus Indien und Nepal. Heißt es doch: „Wer ihn sieht, dessen Sünden werden ausgelöscht wie der Tau in der Morgensonne“. Bruno Baumann ist den Spuren der Pilger gefolgt und hat in einem Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt das Natur-Mandala in seinen Gesamtheit erfaßt. Als einziger Abendländer erreichte er die Quellen der vier großen Flüsse, indem dem Lauf des Indus, Brahmaputra, Sutley und Karnali über tausende Kilometer, teils zu Fuß folgte. Die Vortragsreihe „TIBET – Pilgerwege zum Kailash“ (in der Schweiz vom 1.-16. März) zeigt nicht nur einen großen Teil Tibets und des Himalayaraumes sondern geht auch der Frage nach, warum und wie dieser Berg zum Mittelpunkt religiöser Verehrung wurde. Sie zeigt auf, wie erstaunlich genau mythische Überlieferung und Geographie übereinstimmen und entfaltet diese Landkarte des Glaubens mit ihren einzigartigen Landschaften und heiligen Stätten aus den Augen des Pilgers.

Spektakuläre Erstbesteigungen in der Antarktis

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In der Steilwand bei minus 40 Grad: Die Extrembergsteiger Alexander und Thomas Huber haben in der Antarktis mehrere Erstbegehungen geschafft. Drei Männer in ihren roten Expeditionsjacken reichen sich die Hand und genießen dann die Aussicht auf das Weiß der Gletscherwüsten der Antarktis. Sie stehen auf dem schwierigsten Gipfel des Kontinents, dem Ulvetanna, auf 2931 Metern Höhe. Gerade haben Alexander Huber und Thomas Huber aus Berchtesgaden und Stephan Siegrist aus der Schweiz bei 28 Grad unter Null den 900 Meter hohen Nordwestgrat des pyramidenförmigen Berges bezwungen – diese Route hatte vor ihnen noch keiner geschafft. Man muss weit reisen, um als europäischer Extrembergsteiger Herausforderungen zu finden, die vorher keiner bezwungen hat. Zum Beispiel ins Königin-Maud-Land in der Antarktis: Dort verbrachten Deutschlands derzeit vielleicht bekannteste Kletterer Alexander und Thomas Huber im vergangenen November und Dezember sechs Wochen, um bei extremen Minusgraden unbegangene Routen in Angriff zu nehmen. Auch Bergführer Stephan Siegrist, der 1999 durch eine live im Fernsehen übertragene Besteigung der Eiger-Nordwand einem breiten Publikum bekannt wurde, konnte für das Unternehmen begeistert werden. Die Huber-Brüder, der heute 40-jährige Alexander und der 42-jährige Thomas, machten sich mit spektakulären Klettertouren Mitte der neunziger Jahre weltweit einen Namen. Lebensgefährliche Free-Solo-Touren ohne Seil oder Haken und zahlreiche Erstbegehungen etwa am Salathé Wall im Yosemite-Nationalpark, in den Alpen, im Himalaja und Karakorum bescherten ihnen Respekt in der Kletterszene – aber auch viel Unverständnis für ihre lebensgefährlichen Ausflüge.

picture-81Die Granitberge Holtanna (norwegisch für „Hohlzahn“) und Ulvetanna („Wolfszahn“), die sich in der Antarktis aus dem ewigen Eis erheben, sind nicht annähernd so berühmt wie die Alpen- oder Himalaja-Gipfel vorheriger Huber-Expeditionen. Erst im Jahr 1993 hat sich der Norweger Ivar Tollefsen als erster Kletterer an die technisch anspruchsvollen, teils senkrechten und überhängenden Wände des Königin-Maud-Landes gewagt. „Als ich Bilder von diesen Expeditionen gesehen habe, war klar: Da möchte ich irgendwann mal hin“, sagt Alexander Huber. Die Landschaft faszinierte ihn, der schon so viele Berge gesehen hatte. „Senkrechte Steilwände über einer waagerechten Eiswüste – das gibt es so sonst nicht auf der Welt.“ Mit seinem Bruder plante er eine eigene Expedition mit Freiklettertouren im neunten und zehnten Schwierigkeitsgrad. Das sind Routen, die selbst bei warmen Temperaturen nur den Weltbesten vorbehalten sind. Nach langer Vorbereitung fanden sie schließlich im Jahr 2008 Sponsoren, die ihr Vorhaben unterstützen wollten. Auch wenn die drei also deshalb nicht alle ihre Ziele realisieren konnten, konnten sie insgesamt drei Erstbegehungen für sich verbuchen: Neben dem Erfolg am Ulvetanna waren das die 750 Meter hohe senkrechte Westwand des Holtanna und eine Woche später die Route „Skywalk“ über den Nordpfeiler des gleichen Berges, die im freien Stil gelang. Auf dem Ulvetanna waren sie die zweite Seilschaft überhaupt, die es auf den Gipfel schaffte. Lies den vollständigen Artikel auf Spiegel-online.