Grüne Energie erobert Mobilfunkbranche

«Grundsätzlich ist die flächendeckende Versorgung von Mobilfunkanlagen mit Erneuerbarer-Energie-Technologien gut vorstellbar», meint Norbert Allnoch, Direktor des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien. So sei man etwa in Sibirien angesichts der besonderen klimatischen Verhältnisse auf der Suche nach neuen Energieversorgungslösungen für Mobilfunksendeanlagen und erwäge, diese anhand von Brennstoffzellen zu betreiben. Dem Marktforschungsunternehmen ABI Research zufolge werden bis Ende 2013 weltweit über 300’000 Basisstationen zumindest teilweise mit Sonnenenergie betrieben. Darüber hinaus steht Windenergie zur Verfügung, um den Energieaufwand von Mobilfunkstationen zum Teil umweltentlastend zu decken. «Allerdings müssen technische Probleme bei der Speicherung von Energie erst gelöst werden. Damit steht und fällt alles», erklärt Allnoch. So seien etwa lang haltbare Akkus erforderlich, die einen bis zu mehrmonatigen Betrieb von elektrizitätsnetzfernen Mobilfunkanlagen gewährleisten. Das Ausmass ihrer Ausdauer sei vom tatsächlichen Energiebedarf der Anlagen abhängig. «Wenn die Probleme gelöst und die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, bietet der Mobilfunksektor aber in der Tat ein enormes Geschäftsfeld für den Bereich Erneuerbare Energien».

Mit einer Kombination aus energieeffizienten Produkten und einem Schwerpunkt auf der Optimierung von Netzwerkenergie will Ericsson das hohe Wachstumspotenzial im Mobilfunkmarkt nutzen. So müssten besonders die anfallenden Kosten für den Netzbetrieb gedrosselt werden, was auch den Mobilfunkbetreibern zugute kommen soll. Dem Telekommunikationsausrüster zufolge entstehen bis zu 50 Prozent der Betriebskosten eines Netzwerks allein durch den Energieaufwand. Die Entwicklung grüner und umweltschonender Lösungen sei darüber hinaus der Schlüssel, um Milliarden von Teilnehmer zu erreichen, die bisher keinerlei Zugang zu Kommunikationsdiensten hatten. (Quelle: news.ch)

Faltbarer Display für’s Handy geplant

Das taiwanesisches Forschungsinstitut Industrial Technology Research Institute (ITRI) hat ein biegsames 5-Zoll-Display für Smartphones vorgestellt. Um die Fähigkeiten des TFT-EPD (Thin Film Transistor Electrophoretic Display) zu demonstrieren, hat das Institut zusammen mit der Designschmiede pilotfish einen Smartphone-Dummy entwickelt, der wie das Nokia E90 Communicator aufklappbar ist. Beim Öffnen erscheint aber nur ein Teil des Displays, der andere steckt unter der Tastatur und kann bei Bedarf herausgezogen werden. 5 Zoll ist die derzeit einzige verfügbare Displaygröße, die Forscher arbeiten aber schon an größeren Formaten. Im Unterschied zu dem E-Book-Reader Readius, der ebenfalls ein biegsames 5-Zoll-Display hat, kann die von ITRI entwickelte Anzeige auch Farben darstellen. Wieviele Farben darstellbar sind, wurde bei der Präsentation jedoch nicht verraten. Was wie ein Knick im Display aussieht, ist eine Taskleiste, die bei Bedarf pilotfishverschoben werden kann, um Fotos und Videos im Vollbild-Modus zu anzuschauen. Das Forschungsinstitut arbeitet nach dem Bericht von IDC News Service auch daran, das Display berührungsempfindlich zu machen. Faltbare Displays können die Probleme bei der Entwicklung neuer Handys lösen. Der Kunde verlangt einerseits immer kleinere und handlichere Mobiltelefone und andererseits größere Bildschirme für Videos und Internet. Elektrophorese-Displays sind außerdem extrem stromsparend, weil sie nur bei einem Wechsel der Anzeige Energie benötigen. Einmal in Position gebracht, behalten die Flüssigkristalle ihre Ausrichtung bei, bis sie für das nächste Bild neu ausgerichtet werden.

Neue Mobiltelefone an der High-Tech-Messe CEATEC in Tokio

Auf der japanischen Messe Ceatec (Combined Exhibition of Advanced Technologies) zeigten Hersteller  in den letzten fünf Tagen Mobiltelefone, die für europäische Augen wie reine Science-Fiction anmuten. Ein guter Teil der brandneuen Ceatec-Gadgets dürfte nie über das Prototypen-Stadium hinaus kommen. Das bedeutet, dass eine angekündigte „wahrscheinliche Markteinführung“ 2009 Jahr schon zu den konkreteren Versprechungen gehört. So will Toshiba ein Mobiltelefon verkaufen, das mit einer Direkt-Methanol-Brennstoffzellen (DMFC) sechs Stunden Gesprächszeit ermöglichen soll. Eher als Experiment ist ein Smartphone zu verstehen, dass Fujitsu und der Mobilfunker NTT DoCoMo auf der Ceatec vorgestellt haben. Das Gerät besteht aus zwei Teilen, die sich mittels Magneten auf vielfältige Art und Weise zusammenfügen lassen. Beide Elemente haben großflächige Touchscreen-Displays, das eine wird entweder als Keypad oder Keyboard verwendet, das andere als Haupt-Display. Die flexibel kombinierbaren Gadget-Hälften kommunizieren via Bluetooth miteinander. Der zweite große japanische Mobilfunker KDDI, der als besonders innovativ gilt, wagt sich mit seinen Ceatec-Austellungsstücken sogar noch weiter in den Science-Fiktionen vor: So baut der Entwurf eines Solar-Handys des Designers Hiroano Tsuboi schlicht und ergreifend auf eine hauchdünne Display-Technik, die es „noch zu erfinden gilt“. Aber KDDI zeigt auch Konzepte, die theoretisch mit heutiger Technik realisierbar wären. Beispielweise das Mobiltelefon, das seine Energie aus Solarzellen bezieht, deren Anordnung von Satelliten inspiriert wurde: Die Solar-Panels werden an zwei Seiten vom Handy weggeklappt, womit die doppelte Fläche des Geräts zur Energiegewinnung zur Verfügung steht. Das Programm aus den KDDI-Entwicklungslabors soll alle bekannten Handy-Sensoren wie GPS, Kamera und Gyroskop mit „geomagnetischen Sensoren“ kombinieren, um die Umgebung des Nutzers dreidimensional darzustellen. (Quelle: Spiegel Online)