Kalifornien plant Netz von Ladestationen für Elektroautos

Der Tesla Roadster kommt nicht zufällig aus Kalifornien – dort soll bis 2012 ein flächendeckendes Netz an Ladestationen vorhanden sein. Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat diese Woche gemeinsam mit den Bürgermeistern von San Francisco, San Jose und Oakland eine Initiative angekündigt, durch die private und öffentliche Anschaffungen von Elektrofahrzeugen und die dazu notwendige Infrastruktur vorangetrieben werden soll. “ Wir sind bereits weltweit führend beim Kampf gegen den Klimawandel und bei der Förderung erneuerbarer Energien. Unsere Partnerschaft ist Beweis dafür, dass wir die Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig etwas für unseren Planeten tun können, wenn wir zusammenarbeiten“, so Schwarzenegger. Kalifornien ist jener Bundesstaat, der auch zur Forcierung und Verbreitung des Hybridantriebs durch strenge Emissionsgesetze und entsprechende Steuervergünstigungen beitrug. Kaum sonst wo sieht man soviele Toyota Prius Hybrids auf den Straßen. Der Erfolg brachte auch weitere Autohersteller unter Zugzwang .

electric-carDer Aufbau des Elektronetzes, mit Lade- und Batteriewechselstationen soll von “Better Place übernommen werden, so wie bereits in Israel, Australien und Dänemark. Das Leasing-Modell soll auch in Kalifornien übernommen werden. Die Vermarktung soll sich an jener von Mobiltelefonen orientieren- nach Leistungspaketen oder Fahrzeugeinsatz. “Wir kaufen Batterien und sauberen Strom, und wir verkaufen die Meilen“, erklärte Shai Agassi von “Better Place” bei der Pressekonferenz. Der Start ist in der San Francisco Bay geplant, dort wohnen rund sieben Millionen der Kalifornier. Zur Bay Area gehört auch das Santa Clara Valley, das als “Silicon Valley” weltbekannt ist. Die Bürgermeister wollen entsprechend Platz für die Ladestationen zur Verfügung stellen, Unternehmen die auf ihren Firmenparkplätzen eine Elektrotankstelle anbieten unterstützen, sowie selbst ihre kommunalen Betriebe auf Elektroautos umstellen.

Der Strom für das Netz soll von Pacific Gas and Electric Company (PG&E) kommen. Zur Finanzierung, die Kosten des gesamten Infrastrukturaufbaus werden auf rund 1 Mrd. US-Dollar geschätzt konnte von Project Better Place der Riskkapitalgeber Vantagepoint Venture Partners gewonnen werden, von dem auch ein Teil des Investments für Tesla Motors stammt. Better Place plant, in Kalifornien mit Toyota, General Motors, Tesla Motors und anderen AUtoherstellern, die Elektroautos herstellen , zusammenarbeiten. Die Region will zur „Elektroautohauptstadt der USA“ werden. Kalifornien erhöht so seine Wettbewerbsfähigkeit und verringert die Abhängigkeit des Transportsektors vom Öl, gleichzeitig werden Treibhausgas-Emissionen reduziert. Die Beteiligten erwarten sich, dass der Schritt hin zu einem nachhaltigen Transportsystem einen positiven Schub für das ganze Land und vor allem auch für die angeschlagene US-Automobilindustrie auslöst. Die Basis des neuen Transportsystems stellen Elektrofahrzeuge dar, die mit Strom aus erneuerbaren Energien angetrieben werden sollen.

Gigantische Solarstromkraftwerke für Kalifornien

Zwei gigantische Solarstromkraftwerke sollen, so der kalifornische Stromversorger PG&E, ab 2013 Strom für rund 240 000 Haushalte produzieren. 800 Megawatt sind die geplante Leistung. Ein Meilenstein für die Photovoltaik meinen Fachleute, denn mit dieser Investition sollen Kosten erreicht werden, die jenen der heutigen Windenergieinvestitionen entsprechen. Kalifornien hat außerdem derzeit eine entsprechend gute Einspeisevergütung, etwas das uns in Österreich noch immer fehlt. Mit diesen Projekten könnte die Führungsrolle im Bereich Solarstrom von den USA übernommen werden. In Kalifornien gibt es genügend freie Landflächen für solche Megaprojekte, und „Green Technology“ ist der neue Hit im Silicon Valley. Kalifornien ist hier Vorreiter in vielen Bereichen. Die Wirtschaft wuchs und der Energieverbrauch blieb in den letzten 30 Jahren ziemlich gleich, während er im Rest der USA extrem anstieg, und zwar um rund 50 Prozent. Im Silicon Valley denkt man grün,.Nicht Computer- oder Pharmaindustrie, Energietechnik ist der neue Renner, konnte ich bei einem Besuch in Kalifornien hören. Nicht umsonst kommt das wahrscheinlich coolste Elektroauto der Welt, der Tesla Roadster, aus Kalifornien und CEO Elon Musk aus der Computerbranche. Die Energierevolution kommt, genauso wie einst die Computerrevolution. Wir kennen das schon, wir haben das Energieproblem in ein paar Jahren gelöst. Der Forschungsbedarf mancher Firmen ist groß, aber die Forschungsförderung in diesen Bereichen ist in Kalifornien entsprechend gut. Trotz Finanzkrise laufen nach wie vor Milliarden in Startups im Energiebereich.

Das neue Photovoltaikkraftwerk soll ein weiterer Anstoß in diese Richtung sein. 800 Megawatt ist eine gewaltige Leistung, etwa Acht mal mehr als in den USA im letzten Jahr installiert wurde: Es ist ganz einfach, hörte ich von einem Kalifornier; wir investieren in Erneuerbare Energien, und die Arbeitsplätze bleiben im Land, somit können wir die Finanzkrise meistern. Wir müssen das nur rasch tun, damit wir unabhängig werden. Raus aus Öl und Gas, rein in Wind und Sonne. (Quelle: oekonews.at)