Mit transpantierter Lunge auf den Kilimandscharo

Der Rheintaler Stephan Holderegger bekam vor elf Jahren eine neue Lunge. Was ihm Ärzte nie zugetraut hätten, wiederholt er nun zum sechsten Mal! Er steigt auf den höchsten Berg Afrikas. Diesmal mit zwei Schwingern: Nöldi Forrer und Michael Bless. Das Ziel der Kilimanjaro-Expedition besteht darin, Spenden zur Finanzierung des Rhein-Valley Hospitals, das Holderegger mitgegründet hat, zu erhalten. Das Spital bietet medizinische Hilfe für ein Einzugsgebiet von 80 000 Menschen und hat schon Tausenden das Leben gerettet. Das Spital in Nakuru wird von der Appenzellerin Ruth Schäfer geleitet. Unter dem Slogan «Jeder Höhenmeter zählt» können sich Unternehmungen, Firmen aller Art, wie  auch Privatpersonen als «Höhenmeter-Sponsor» an dieser humanitären aussergewöhnlichen Gipfelbesteigung beteiligen. Ab 27. November ist die Spendenseite im Internet unter www.hochhinaus.org aufgeschaltet. Sämtliche Expeditionsteilnehmer bezahlen übrigens ihre Reise selber. Weiter Infos über das Rhein-Valley Hospital findest du auf ihrem Blog: rheinvalleyhospital.blogspot.com

Stephan Holderegger ist mit Cystischer Fibrose zur Welt gekommen. Das ist eine Stoffwechselerkrankung, die Fehlfunktionen in einigen Organen auslöst. Menschen mit dieser Krankheit haben heute eine durchschnittliche Lebensdauer von ungefähr 35 Jahren. Der 62jährige Rebsteiner ist der älteste noch lebende Mensch mit Cystischer Fibrose und steht damit im «Guinnessbuch der Rekorde». Um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, hat er mehrere Jahre seines Lebens in Kenia verbracht, weil das dortige Klima besser verträglich ist. Trotzdem verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und eine Lungentransplantation war vor elf Jahren unumgänglich. Die Ärzte meinten, dass er ohne eine Spenderlunge nur noch wenige Tage überleben könne. Deshalb versprach er Gott, in Kenia ein Krankenhaus zu errichten, falls er überleben sollte. Am 22. Oktober 1999 wurde er endlich operiert. Nach seinem Spitalaufenthalt setzte er alles daran, sein Versprechen zu erfüllen. Mit Hilfe zahlreicher Sponsoren und vor allem durch die Unterstützung des Vereins Rhein-Valley Hospital konnte in Kasambara-Gilgil, 150 km nordwestlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi, ein Spital eröffnet werden. Mit seinem eisernen Willen überwand er alle gesundheitlichen Probleme. Holderegger setzt auf mentale Stärke, fordert sich bis zum Letzten und lenkt sich dadurch von seinen gesundheitlichen Schwierigkeiten ab. «Dadurch habe ich überlebt.» Siehe auch mein Interview mit Stephan Holderegger auf vimeo.com. Sein nächstes Projekt ist die Besteigung des Kilimanjaro. Mit 33 Personen, vorwiegend Geschäftsleute aus der Ostschweiz, geht es am 29. Januar nach Afrika und dann in sechs Tagen auf den 5895 Meter hohen Gipfel. Die Aktion läuft unter dem Titel «Jeder Höhenmeter zählt» und unterstützt das Rhein-Valley Hospital. Für Holderegger ist es bereits die sechste «Kili»-Besteigung seit 2004. «Den Gipfel habe ich aber noch nie erreicht mit meiner neuen Lunge», erzählt er. Auch letztes Jahr, als er mit der Miss Schweiz 2007 Amanda Ammann und Hackbrettler Nicolas Senn unterwegs war, musste er umkehren. Ein Infekt hatte ihn vor der Abreise zur Einnahme starker Medikamente gezwungen und ihn viel Kraft gekostet. Nun hofft er, dass es diesmal klappt, und freut sich jetzt schon riesig auf das Abenteuer, zu dem ihn auch ein Arzt begleiten wird: der Teamarzt des deutschen Bundesligaclubs Mainz 05. (Quelle: Ueli Daepp/anzeiger.biz)

Hilfsaktion durch Kilimandscharo-Besteigung

Im Februar besteigt eine 27-köpfige Mannschaft den Kilimandscharo. Gleichzeitig sollen Spendengelder für das Rhein-Valley-Hospital in Kenia gesammelt werden. Hierfür wird mit «Jeder Höhenmeter zählt» eine nicht alltägliche Aktion durchgeführt, die am Samstag mit der Einkleidung der Mannschaft ihren Auftakt nahm. Der Altstätter Verein Rhein-Valley-Hospital betreibt in Kenia ein Hospital und sichert damit für rund 80 000 Menschen eine medizinische Versorgung und stellt ihnen sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Der Verein mit NGO-Zertifizierung (Non Goverment Organisation oder Nicht- Regierungsorganisation) ist ausschliesslich auf Spendengelder und eine möglichst breite Unterstützung angewiesen. So reisten beispielsweise im Januar letzten Jahres Amanda Ammann (Miss Schweiz 2008) und der Hackbrettspieler Nicolas Senn zum Spital nach Kasambara-Gilgil. Während des Besuches entstand der Wunsch, auf den höchsten Punkt des Kilimandscharos in Tansania, auf 5895 Höhenmetern, zu steigen. Die Ausläufer des Berges reichen bis nach Kenia. Die Motivation der beiden besteht darin, mit der eigenen Leistung die Welt aufzurütteln und Geld für das Spital zu sammeln. Die Idee zu «Jeder Höhenmeter zählt» war geboren. Inzwischen hat sich eine 27-köpfige Mannschaft für die Besteigung zusammengefunden. Neben Amanda Ammann und Nicolas Senn gehören Spitalleiterin Ruth Schäfer (auch bekannt als «Mama Matata») und Initiant Stephan Holderegger den Bergsteigern an. Ausserdem zählen Klaus Gerlach (Sportmediziner beim ZDF), Lothar Becker (Kameramann beim ZDF), Thomas Fritsch (Fotograf aus Winterthur) sowie die seit Jahren dem Verein verbundenen Monica und Hennie Jacobs aus den Niederlanden – als VIP – dem Team an, das sich am 15. Februar auf die Reise machen wird.

Zwischen dem Start der Besteigung auf 1800 und dem angestrebten Ziel auf 5895 m. ü. M. liegen 4185 Höhenmeter Differenz, die jeweils einen Rappen oder mehr Wert haben können. Das bahnbrechende der Idee besteht darin, ein Höhenbarometer anzulegen. So kann jede und jeder einen Höhenmeter pro Person oder einen Pauschalbetrag für eine Einzelperson oder die gesamte Gruppe einsetzen. Auf diese Weise werden – Meter um Meter – Spendengelder zusammengetragen, die zu 100 Prozent in den Spitalbetrieb fliessen. Denn jedes Mannschaftsmitglied bezahlt die Kosten für die Reise aus eigener Tasche. Eigens für diese Aktion hat der Altstätter Verein seit heute Donnerstag unter www.hochhinaus.org einen Internetauftritt aufgeschaltet, mit dem Formulare ausgefüllt und Höhenmeter erstanden werden können. Kontaktperson ist ausserdem Erich Kühnis (Präsident Verein Rhein-Valley-Hospital, Telefon 0041 71 755 65 14). Um die Idee zum Erfolg werden zu lassen und möglichst viele Personen aufmerksam zu machen, lud der Verein am 16. Januar nach St. Margrethen ins Einkaufszentrum Rheinpark, zu «Outdoor», ein. Die Mannschaft wurde eingekleidet und erhielt eine Ausrüs-ung, die für eine solche anspruchsvolle Besteigung unerlässlich ist. Die komplette Ausrüstung wird in dankenswerter Weise von verschiedenen Firmen gesponsert. Damit möglichst viele Menschen auf die 16 Tage dauernde Reise zum Kilimandscharo und die Spendensammelaktion aufmerksam werden, fährt Stephan Holderegger ausserdem seit dieser Woche mit einem auffälligen Kleintransporter durch das Rheintal. Das mit Aufnahmen von Rhein-Valley-Hospital beklebte Fahrzeug vermittelt einen imposanten Eindruck dessen, wie das gespendete Geld eingesetzt wird. Auch die Tour selber kann vom Rheintal aus mitverfolgt werden. Verschiedene Zeitungen, zu denen auch die « Rheintalische Volkszeitung» gehört , werden vom Berg aus berichten. Geplant ist ausserdem, täglich via Internet bewegte Bilder zu zeigen. (Quelle: Rheintalische Volkszeitung)