Migros in Barcelona zum nachhaltigsten Detailhändler gewählt

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Migros-Chef Herbert Bolliger

Am World Retail Congress 2009 in Barcelona wurde die Migros offiziell zum nachhaltigsten Grossverteiler der Welt gekürt. Die Jury des internationalen Detailhandels-Kongresses ernannte die Migros zum «Responsible Retailer of the Year» – zum Detailhändler mit dem grössten Verantwortungsbewusstsein für Mensch und Umwelt. In der Endausscheidung setzte sich die Migros gegen namhafte internationale Konkurrenten wie Tesco, Woolworths oder Marks and Spencer durch. Die verantwortungsvolle Unternehmensführung ist seit jeher integraler Bestandteil der Migros-Kultur. So setzt das Unternehmen beispielsweise auf den Transport mit Güterzügen und ist damit der wichtigste Kunde von SBB Cargo. Auch das im Herbst 2008 eröffnete Einkaufszentrum Westside in Bern setzt Massstäbe im Bereich Nachhaltigkeit – nicht nur wegen der mustergültigen Anbindung an den öffentlichen Verkehr, sondern vor allem auch bei der Energieeffizienz. Nur 15% der Wärme werden mit Erdöl erzeugt; 35% stammen aus Wärmerückgewinnung und 50% aus moderner Holzschnitzelheizung, deren Brennstoff aus nahen Wäldern stammt. Auch bei ihren Produkten garantiert die Migros nicht nur maximale Qualität, sondern sorgt dafür, dass bei der Herstellung die ökologischen und sozialen Standards eingehalten werden. Ein Paradebeispiel dafür ist das nachhaltige Label TerraSuisse, das sich bei Fleisch, Brot, Mehl, Kartoffeln, Rapsöl und Teigwaren findet. TerraSuisse steht für eine naturnahe und tierfreundliche Schweizer Landwirtschaft. Die Bäuerinnen und Bauern von TerraSuisse setzen auf natürliche Lebensräume, was seltenen Pflanzen und Wildtieren zugute kommt. Damit wird die landschaftliche Vielfalt und Artenvielfalt gefördert.

Klimaschonende Produkte mit dem CO2-Label

Seit 2008 kennzeichnet die Migros zudem die klimaschonendsten Produkte im Sortiment mit dem CO2-Label der unabhängigen Organisation climatop aus und macht es Kunden damit leicht, klimaschonend einzukaufen. Dies sind nur einige wenige Beispiele, mit denen die Migros das Klima schützt. Das Unternehmen hat seine CO2-Emissionen seit 2000 denn auch um 21% reduziert. «Die Auszeichnung zeigt uns, dass unser vielfältiges Engagement für Nachhaltigkeit auch ausserhalb der Schweiz Anerkennung findet», freut sich Migros-Chef Herbert Bolliger. «Das ist für uns ein Ansporn, unsere Anstrengungen weiter zu verstärken.» Nachhaltigkeit in der DNA verankert Besonderes Lob zollte die Jury in Barcelona dem weltweit einmaligen Kulturprozent: Derzeit ermöglicht die Migros jährlich mit rund 120 Millionen Franken kulturelle und soziale Projekte. Das Fazit des internationalen Expertengremiums: «Alle Finalisten verhalten sich vorbildlich im Bereich Nachhaltigkeit. Aber bei der Migros ist Nachhaltigkeit ganz klar in der DNA verankert.» (Quelle: news.ch)

Migros und WWF in der gleichen Richtung aktiv

Die Migros und der WWF erweitern ihre Zusammenarbeit und setzen sich gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung ein. Kooperationen bestehen bereits seit mehreren Jahren, unter anderem bei den WWF Groups zu den Themen «Wood», «Climate» und «Seafood». Wie aus einer Migros-Medienmitteilung hervorgeht, sponsert der Detailhandelsriese exklusiv das Jugendprogramm des WWF. Mit der langfristig angelegten Zusammenarbeit leisten der WWF und die Migros laut den Angaben einen gemeinsamen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung. Besonders wichtige Themen sind der Schutz von Klima, Wald und Meer sowie die Erhaltung der Artenvielfalt. «Die Migros setzt sich seit langem für die Umwelt ein. Wir freuen uns, dass sie jetzt vor allem in der Jugendarbeit ein Zeichen setzt und den WWF in seinem Bestreben für mehr Umweltbildung unterstützt», wird Hans-Peter Fricker, CEO WWF Schweiz, in der Medienmitteilung zitiert.

fscNeu sponsort die Migros das Jugendprogramm des WWF. Dieses richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren. Der WWF publiziert altersspezifische Magazine und vermittelt damit spielerisch Wissen zu Tier und Natur. Für die ganz Kleinen gibt es eine Publikation mit Bildergeschichten und Bastelanleitungen. Schulkinder können an Ferienlagern teilnehmen und die Natur im Freien erleben. Ausserdem erhalten sie Informationen zu aktuellen WWF-Kampagnen und lernen, wie sie selber aktiv werden können – zum Beispiel mit einer Standaktion. «Wir sind stolz, dass wir einen Beitrag leisten, um die Jungen für den Umweltschutz zu begeistern. Denn von ihrer Einstellung hängt die Zukunft ab», erklärt Herbert Bolliger, CEO der Migros. Die Migros knüpft an ein bestehendes Engagement an: Seit 2001 ist sie Sponsorin des WWF-Pandamobils. Dabei handelt es sich um einen umgebauten Migros-Verkaufswagen, der mit Ausstellungen von Schulhaus zu Schulhaus unterwegs ist und den Kindern verschiedene Umweltthemen – in diesem Jahr sind es die Alpen – näherbringt. Im Rahmen der Partnerschaft wird die Migros das Angebot an Produkten mit einem ökologischen Mehrwert weiter ausbauen – wie zum Beispiel MSC-Fisch (aus nachhaltiger Fischerei) oder FSC-Möbel (Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft). Der WWF und die Migros wollen die Konsumenten gemeinsam über nachhaltige Labels und das umweltbewusste Einkaufen und Verhalten informieren.

Denn nur wenn die Konsumentinnen und Konsumenten wissen, welche Geräte zum Beispiel am wenigsten Strom verbrauchen, können sie einen bewussten Kaufentscheid treffen. Mit der fachlichen Unterstützung des WWF plant die Migros auch weitere ökologische Verbesserungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette: Produktion, Einkauf, Verkauf, Logistik, Mobilität und Entsorgung, wie es weiter heisst.

Biomasse statt Erdöl

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Stroh, Holz, Mikroalgen und viele weitere Nachwachsende Rohstoffe können Erdöl ersetzen. Das Land Sachsen-Anhalt, der Bund und die Fraunhofer-Gesellschaft planen ein Forschungszentrum in Leuna, das Unternehmen ermöglichen soll, chemisch-biotechnologische Verfahren vom Labor in die technische Anwendung zu bringen. Die Minister für Finanzen sowie Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn und Dr. Reiner Haseloff, sowie Prof. Dr. Marion Schick, Vorstand Personal und Recht der Fraunhofer-Gesellschaft, haben am Freitag in der Lutherstadt Wittenberg den Aufbau des Chemisch-Biotechnologischen Prozesszentrums CBP angekündigt. Am Chemiestandort Leuna im mitteldeutschen Chemiedreieck sollen das CBP und eine Fraunhofer-Projektgruppe entstehen.

Das begehrte Mineralöl ist Ausgangsstoff für viele Produkte wie Kunststoffe, Lacke, Waschmittel, Klebstoffe oder Kosmetik. Weltweit arbeiten Chemieunternehmen daran, den Rohstoff Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Schon heute werden viele Produkte aus Biomasse hergestellt. Dazu sind ausgefeilte Verfahren notwendig. Viele Inhaltsstoffe der Pflanzen müssen beispielsweise durch Enzyme chemisch verändert werden, bevor sie sich für eine Weiterverarbeitung eignen. Die Pflanzenstoffe müssen jedoch in konstanter Qualität und zu günstigen Preisen verfügbar sein, um im industriellen Maßstab als Rohstoffquelle dienen zu können. Neue Verfahren sollen dabei ohne Lebens- und Futtermittel auskommen. »Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in industriellen Dimensionen ist selbst für große Unternehmen ein erheblicher finanzieller und technologischer Kraftakt. Viele kleine und mittlere Unternehmen scheitern, obwohl sie im Labor bereits attraktive Produkte erfolgreich entwickelt haben. Mit der Schaffung des CBP unterstützen wir daher gezielt diesen kritischen Schritt auf dem Weg in die industrielle Anwendung innovativer Produkte und Verfahren unter Nutzung der industriellen Biotechnologie. Dadurch stärken wir nicht nur die regionale Kompetenz und schaffen die Grundlage für neue Arbeitplätze in der Region, sondern setzen auch ein Zeichen mit nationaler Signalwirkung«, erläuterte Haseloff die herausragende Bedeutung des CBP für das Land Sachsen-Anhalt. »Das neue Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum CBP schließt die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung«, bestätigt Marion Schick. »Das Zentrum in Leuna soll allen Kooperationspartnern für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. Die neue Projektgruppe ist eng mit den Fraunhofer-Instituten vernetzt und kann auf die Kompetenzen der Fraunhofer-Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen.«

Wissenschaftler der Fraunhofer-Institute für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB und für Chemische Technologie ICT planen das CPB gemeinsam mit der InfraLeuna GmbH, der Standortbetreibergesellschaft des Chemiestandorts Leuna. Mit diesem sehr flexibel einsetzbaren Bioraffineriekonzept bieten sich neue Möglichkeiten, um in Zukunft biologische Rohstoffe verarbeiten zu können und nach Bedarf Öle, Fette, Cellulose, stärke- oder zuckerhaltige Rohstoffe als Ausgangsstoffe für Produkte zu gewinnen. Durch das Engagement sollen neue, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und die Ansiedlung von Biotechnologiefirmen gefördert werden. Nach der Aufbauphase werden ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am CBP tätig sein. »Als klassischer Chemiestandort sind unsere produzierenden Unternehmen bisher weitgehend von fossilen Rohstoffen abhängig. Mit regenerativen Rohstoffen können wir sowohl diese Abhängigkeit als auch CO2-Emmissionen weiter reduzieren. Das CBP ist ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung« sagt Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH.

Sachsen-Anhalt wird an der Gesamtinvestition von derzeit geplanten 50 Millionen Euro einen Anteil von 20,1 Mio Euro sowie die Anschubfinanzierung der Projektgruppe beitragen. Die restlichen Mittel sollen durch das Engagement der Industrie, mittels Bundeszuwendungen der Fraunhofer-Gesellschaft und im Rahmen mehrerer konkreter Forschungsprojekte mit Unterstützung unterschiedlicher Bundesministerien aufgebracht werden. Erste Projekte sollen von den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziert werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft plant, sich mit 9,6 Mio Euro aus der Grundfinanzierung des BMBF zu beteiligen.

Gegenwärtig planen 23 Industrieunternehmen sowie 15 Universitäten und Forschungseinrichtungen ihre Beteiligung an den Projekten. Ihr Ziel ist es, die Prozesse vom Rohstoff über den Biokatalysator und der Skalierung der benötigten Verfahren zum gewünschten Produkt und in die industrielle Umsetzung zu bringen. »Wir möchten nun die im Labor entwickelten Verfahren und Prozesse in Größenordungen testen, die für die Industrie relevant sind. Dazu benötigen wir die Infrastruktur und Anlagen«, erklärt Professor Thomas Hirth vom Fraunhofer-IGB. Sobald der Fraunhofer-Senat und der Bund-Länder-Ausschuss zugestimmt haben, kann die Forschungsarbeit losgehen. (Quelle: oekonews.at)

Wertvorstellungen zur Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Handeln ist in den unterschiedlichsten Lebensbereichen zur einem zentralen Ziel geworden. Verhalten aber wird von Einstellungen beeinflusst, denen wiederum Wertvorstellungen zugrunde liegen. Nun hat eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern, zu denen auch Dr. Dr. Holger Patzelt vom Jenaer Max-Planck-Institut für Ökonomik gehört, ein methodisch gesichertes Messinstrument zur Erhebung grundlegender Wertvorstellungen zu nachhaltiger Entwicklung vorgelegt. „Grundsätzlich wollen wir die Frage beantworten, ob Unternehmertum zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann,“ berichtet Patzelt. „Dazu orientieren wir uns an den Vorgaben der Vereinten Nationen (UNO).“ Diese haben eine Gruppe von fundamentalen Werten bestimmt, die sie für nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert für zentral halten – namentlich „Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Toleranz, Respekt vor der Natur, und geteilte Verantwortlichkeit“.

Die jeweilige Ausprägung dieser Werte beeinflusst gezeigtes Verhalten – wer also mehr nachhaltiges Handeln erreichen will, muss entsprechende Wertvorstellungen vermitteln. „Bislang fehlte uns jedoch ein geeignetes Messinstrument, mit dem die von der UN postulierten und definierten Werte in konkretem Bezug waterauf ihre Bedeutung für nachhaltiges Handeln überhaupt erfasst werden können – also haben wir selbst eines entwickelt,“ berichtet Patzelt. Die beschriebene Lücke füllen Holger Patzelt vom Jenaer Max-Planck-Institut und seine Kollegen an der amerikanischen Indiana University mit einer methodisch gesicherten Skala zur Erfassung der sechs von der UNO bestimmten Werte, der „Sustainable Development Values Scale (SDV Scale)“. Für jeden Wert wurde mittels statistischer Verfahren eine Gruppe von Fragen identifiziert, die valide und reliable Aussagen über die individuelle Wertvorstellung erlauben. Das Messinstrument eröffnet Wissenschaftlern eine ganze Reihe neuer Forschungsmöglichkeiten. Denkbar sind beispielsweiseUntersuchungen zu regionalen und kulturellen Unterschieden oder auch Studien hinsichtlich des Zusammenhanges von Wertvorstellungen und Verhalten. So erforscht das Team um Holger Patzelt aktuell, welche Wertvorstellungen zum Engagement in nachhaltigen Geschäftsfeldern führen, etwa im Bereich erneuerbarer Energien. Das neu entwickelte Messinstrument eröffnet damit am Max-Planck-Institut für Ökonomik das Forschungsprojekt „Nachhaltigkeit und Unternehmertum / Sustainable Entrepreneurship“.