Bringt Solarstrom Billionenumsätze?

tritec-stadeEine heute im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace präsentierte Erhebung in Deutschland geht davon aus, dass durch den weltweiten Bau solarthermischer Kraftwerke Unternehmen von 2010 bis 2050 mit einer Wertschöpfung von bis zu drei Billionen Franken massiv profitieren. Megavorhaben wie das Desertec-Projekt in der Sahara, an dem sich 15 Grossunternehmen und deutsche Institutionen wie E.ON und RWE beteiligen wollen, sind dabei wichtige Wegweiser. Man geht davon aus, dass 2050 weltweit zwischen 357’000 und 582’000 Arbeitskräfte für den Bau solarthermischer Kraftwerke nötig sind.«Dass es das Thema Solarstrom endlich auf die politische Tagesordnung geschafft hat, ist ein Erfolg. Neben den Solarfirmen selbst sind sich auch immer mehr grosse Unternehmen wie die Münchener Rück der Bedeutung des Themas bewusst», so Andree Böhling, Energie-Experte bei Greenpeace Deutschland.

Zeit für Atomkraft und Kohle vorbei

Laut dem Fachmann ist die Technologie schon weit fortgeschritten, dass ein flächendeckender Einsatz von solarthermischen Anlagen nach Windkraft und Photovoltaik zum dritten deutschen Exportschlager im Bereich der Öko-Energien werden könnte. Demnach sei die Zeit für Atomkraft und Kohle bald vorbei, meint Böhling. Obwohl sich die Kosten für Dersertec bis 2050 vorsichtigen Schätzungen nach auf rund 400 Mrd. Euro belaufen werden, winken Branchenkennern noch ungesehene Renditen. Wie das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie im Auftrag von Greenpeace und des Club of Rome errechnet hat, könnten deutsche Unternehmer ihre starke Marktpositionierung mit dem Projekt weiter ausbauen. Gleiches gilt auch für die Firmen, die Receiver, Spiegel oder Turbinen zuliefern.  «Wenn man Projekte wie Desertec auf die Beine stellen will, geht dies nur in gemeinschaftlicher Kooperation aller Partner. Dadurch ist es möglich, die Energieversorgung in den einzelnen Wüstenstaaten zu verbessern sowie die Stromüberschüsse kostengünstig in den Eurostaaten-Energiemix einzuspeisen», sagt Böhling. Vom Ausbau und Betrieb der Anlagen profitiert auch der Arbeitsmarkt. So könnte die Zahl der Beschäftigten der deutschen Unternehmen, die am Bau beteiligt sind, gemessen an der weltweiten Beschäftigung einen Anteil von über 40 Prozent betragen. «Die Zahl der Jobs für den Betrieb und den Bau der Anlagen, die 2050 nötig sein wird, beläuft sich weltweit auf rund zwei Mio.», fügt Böhling hinzu.

Realistisch sei auch, dass Deutschland mit allen erneuerbaren Energien zukünftig über eine Mio. Arbeitsplätze schaffen könne, erläutert auch Max Schön, Präsident des Club of Rome. Damit könnte eine mit der Automobilindustrie vergleichbare Leitindustrie entstehen. Greenpeace vertritt bei Dersertec aber auch widerstrebende Positionen. So fordern wenige, Solarstrom in Europa zu fördern. Viele Öko-Anhänger befürworten hingegen eine dezentrale Solarenergie-Förderung. (Quelle: news.ch)

Deutschland soll Solarstrom aus Afrika erhalten

Picture-2Deutsche Haushalte sollen mit Solarstrom aus Afrika versorgt werden. Dies verlangt eine Initiative zwanzig grosser Konzerne, wie die «Süddeutsche Zeitung» in ihrer Dienstagausgabe berichtet. Mitte Juli wollen sich die Firmen, darunter die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, Siemens, die Deutsche Bank und RWE, zu einem Konsortium für das spektakuläre Vorhaben zusammenschliessen. Gemäss den Angaben soll der Bau riesiger Solarkraftwerke in den Wüsten Nordafrikas 400 Milliarden Euro kosten und in zehn Jahren den ersten Strom liefern. Dabei dürfte es sich um eine der grössten privaten Ökostrom-Initiative aller Zeiten handeln.Schon lange setzen Wissenschaftler grosse Hoffnungen auf die Gewinnung von Solarstrom aus der Wüste. Das Milliardenprojekt Desertec soll nun beweisen, dass sich Strom auf diese Weise auch wirtschaftlich produzieren lässt. (Quelle: news.ch)

Andasol 1: Weltweit größtes Solarfeld hat Testbetrieb aufgenommen

Das erste Parabolrinnen-Kraftwerk Europas, Andasol 1, hat den Testbetrieb aufgenommen und wird nach erfolgreichem Abschluss der Testphase den ersten Strom ins spanische Netz einspeisen. Große Teile des Solarfeldes produzieren bereits thermische Energie, die nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks in einer Dampfturbine zur Stromproduktion genutzt werden wird. Insgesamt wird das Kraftwerk umweltfreundlichen Strom für bis zu 200.000 Menschen erzeugen und damit rund 150.000 Tonnen Kohlendioxid-Emission im Vergleich zu einem modernen Steinkohlekraftwerk einsparen. Mit einer Kollektorfläche von über 510.000 Quadratmetern – das entspricht rund 70 Fußballfeldern – ist Andasol 1 das bisher größte Solarkraftwerk weltweit. Das Solarfeld besteht aus 312 Kollektorreihen mit einer Gesamtlänge von rund 90 Kilometern und rund 210.000 Parabolspiegeln. In den Kollektorreihen wird die Sonnenstrahlung mittels Parabolspiegeln auf eine Brennlinie fokussiert und in thermische Energie umgewandelt. Diese thermische Energie kann zwischengespeichert und somit planbar über einen Dampfkreislauf zur Stromproduktion in eine Turbine eingespeist werden. „Wir führen gerade die abschließenden Tests der Anlage durch. Teile des Solarfelds erzeugen dazu thermische Energie und somit heißen Dampf,“ erläutert Oliver Vorbrugg, Bauleiter der in dieser Solartechnologie weltweit führenden Flagsol GmbH, einem Tochterunternehmen von Solar Millennium. „Auch das Salz für den thermischen Speicher ist inzwischen aufgeschmolzen und der Speicher befüllt. Ich bin stolz, bei diesem bedeutsamen Projekt verantwortlich mitwirken zu dürfen.“

Bei einem gemeinsamen Besuch der Vorstände und Aufsichtsräte der Solar Millennium AG und des spanischen Anlagenbauers Cobra S.A. auf dem Kraftwerksgelände zeigt sich Christian Beltle, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG, sehr erfreut über den baldigen Start der Stromproduktion: „Andasol 1 ist ein wichtiges Referenzprojekt. Wir haben uns heute von der Leistungsfähigkeit des Kraftwerks überzeugt. Für Europa bedeutet Andasol 1 einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Energieerzeugung.“ Dr. Henner Gladen, Technologievorstand, ist begeistert: „Als wir vor zehn Jahren Solar Millennium gegründet haben, waren Solarthermische Kraftwerke in Europa noch eine Vision. Heute setzt Andasol 1 einen neuen Maßstab für solare Stromproduktion. Damit wird die Gründeridee von Solar Millennium Wirklichkeit. Wir haben in diesem solarthermischen Großkraftwerk unser Know-how als Projektentwickler und Technologiegeber unter Beweis gestellt und erwarten hieraus eine Beschleunigung unserer zahlreichen Projekte weltweit.“ In direkter Nachbarschaft zu Andasol 1 entstehen die Schwesterprojekte Andasol 2 und 3. Während bei Andasol 3 die so genannten Early Works begonnen haben, stehen bei Andasol 2 schon 75 Prozent des Solarfelds und die Speichertanks. Die Stromproduktion soll im Frühjahr 2009 beginnen. (Quelle: oekonews.at)

Weltmarkt für Sonnenenergie wächst immer schneller

Das weltweite Wachstum an den Solarmärkten beschleunigt sich deutlich. Der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) rechnet für 2008 mit einer Weltmarktgröße von rund 3,6 Gigawatt. Das bedeutet ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem 2,4 Gigawatt Solarstromleistung weltweit neu installiert wurden. Wichtige Wachstumstreiber sind eine global steigende Nachfrage und die in immer mehr Ländern eingeführten staatlichen Förderprogramme für Solarstrom nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Solarstrom entwickelt sich damit zunehmend zum Gigatrend bei der globalen Energieversorgung.

Zu den weltweit dynamischsten Wachstumsregionen gehört Südeuropa. Für Italien prognostiziert der BSW-Solar in diesem Jahr eine Verfünffachung des Marktes auf 250 Megawatt. Auch in Frankreich wird sich der Markt auf 100 MW im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar, kommentiert die internationale Entwicklung der Solarstrombranche: „Immer mehr Länder erkennen, welche riesigen Potenziale Solarstrom für den Klimaschutz, die heimische Energieversorgung und die Regionalentwicklung bietet. Gerade im Mittelmeerraum ist der Aufbau der Solarenergieversorgung ein Topthema auf der Agenda der Europäischen Union. Ein Politikwechsel in den USA könnte zudem den Ausbau von Solarstrom in Nordamerika beflügeln.“

Anziehende Weltmärkte bedeuten auch steigende Absatzchancen für die exportorientierte deutsche Solarstromindustrie. Bereits für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Auslandsumsatz von 3,2 Milliarden Euro und einer Exportquote von 46 Prozent. Für 2010 sieht Körnig ein Anwachsen der Auslandsumsätze auf rund 5,5 Milliarden Euro bei einer Exportquote von rund 56 Prozent voraus. „Deutsche Unternehmen sind im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt und ihre Investitionen in Technologieentwicklung und Produktion am Standort Deutschland sind die Pfeiler ihrer Absatzerfolge.“ Solarstrom entwickelt sich auch an den Finanzmärkten zum einem globalen Trend. Nach einer Studie der UNEP – United Nations Environment Programme – wurden weltweit im vergangenen Jahr 28,6 Milliarden US-Dollar in Solarenergie investiert. Bei Kapitalzuflüssen aus Venture Capital und Private Equity rangiert Solarenergie erstmals auf dem ersten Rang aller erneuerbaren Energien vor den Biokraftstoffen.(Quelle:oekonews.at)