Totale Sonnenfinsternis am 11. Juli 2010

Am 11. Juli diesen Jahres steht nun schon die zweite totale Sonnenfinsternis 2010 ins Haus. Zugleich handelt es sich um die einzige vollkommene Sonnenfinsternis in diesem Jahr. Die Dauer der Totalität wird maximal fünf Minuten und 20 Sekunden betragen, und das exakt an dem markierten Punkt auf der unten befindlichen Karte (Koordinaten: 19° 7′ S und 121° 9′ W). Beginnen wird sie um 18:15:15 Uhr (GMT) und um 20:51:42 Uhr (GMT) enden, wenn der Schatten die Erde schließlich wieder freigibt. Die Route der Sonnenfinsternis, deren maximale Breite gute 259 km betragen wird, fällt auf die südliche Hemisphäre des Planeten, hauptsächlich den Pazifischen Ozean überquerend. Genau genommen wird der Kernschatten des Mondes sich auf den Pazifischen Ozean verteilen, während die Cook-Inseln (insbesondere Mangaia, die älteste Insel im gesamten Pazifikraum) und die berühmten Osterinseln (Isla de Pascua im Spanischen) die einzigen betroffenen Landmassen im Südpazifischen Ozean sein werden. Danach nimmt der Mondschatten der totalen Sonnenfinsternis den Weg über Chile und Argentinien hinweg, von wo aus das Spektakel sich auch schon wieder seinem Ende nähert. Zusätzlich zu der totalen, die sich leider streng auf ein kleines bewohntes Areal beschränkt, wird aber auch eine partielle Sonnenfinsternis stattfinden. Verursacht vom Halbschatten des Mondes, wird sie in einem größeren Areal zu sehen sein, das den Südpazifik und Südamerika einschließt. Die Länder, in denen die Eklipse als eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein wird, umfassen u.a. Argentinien, Chile, Peru und Bolivien. Sollten Sie sich zu dieser Zeit gerade auf einem im Südpazifik befindlichen Schiff aufhalten, besteht die große Wahrscheinlichkeit, zumindest diese teilweise Sonnenfinsternis zu Gesicht zu bekommen.

Sonnenfinsternis am 1. August 2008 – in Europa nur partiell

Die totale Sonnenfinsternis am 1. August 2008 spielt sich vorwiegend in extrem spärlich besiedelten Regionen der kanadischen und europäischen Arktis sowie Westsibiriens ab. Die Zone der totalen Verfinsterung beginnt im Bereich der berühmten Nordwest-Passage unweit der Siedlung Cambridge Bay und überquert dann die Inselwelt der kanadischen Arktis, die politisch zur Region Nunavut zählt. Es gibt in dem riesigen Gebiet zwar ein paar Siedlungen, der Kernschatten fällt jedoch nur für etwa 1m37s auf das ca. 160 Einwohner zählende Grise Fiord im Süden von Ellesmere Island sowie dessen heute unbewohnten Nachbarort Craig Harbour; Resolute Bay wird knapp verfehlt. Einige Minuten später erscheint die Schwarze Sonne über der kanadischen Militärbasis Alert, um dann den unbewohnten Norden Grönlands und das Polarmeer zu passieren; dabei wird mit dem russischen Nowaja Semlja auch der äußerste Nordosten Europas berührt. Das Festland wird jedoch erst jenseits des Ural im asiatischen Teil Russlands erreicht.

Im spärlich besiedelten Nordwest-Sibirien wird um 10.21 Uhr Weltzeit bei 65° 39′ nördlicher Breite und72° 16 östlicher Länge die maximale Verfinsterung mit 2m27s Dauer und 104% Bedeckung (die Mondscheibe ist größer als die am Himmel sichtbare Sonnenscheibe) verzeichnet. Etwa 25 Minuten später fällt der Kernschatten am frühen Nachmittag Ortszeit für 2m19s auf die Großstadt Nowosibirsk. Nachdem weitere Städte im Süden Sibiriens Zeuge des seltenen Himmelsschauspiels geworden sind, zieht sich die Zentralzone beiderseits der Grenze zwischen der Mongolei und China nach Südwesten. Gegen Abend erreicht die Schwarze Sonne die Gegend um die historische Seidenstraße und die Große Mauer, bevor die Finsternis bei Sonnenuntergang in der Region zwischen den Großstädten Xian und Zhengzhou endet. Die Sonnenfinsternis ist im Nordwesten Kanadas, auf Grönland und Island, in Europa nördlich des Mittelmeers und in fast ganz Asien als partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Hohe Bedeckungsgrade, die zu einer wahrnehmbaren Abschwächung des Tageslichts führen, werden in großen Teilen der Arktis, in Nord- und Nordosteuropa, Sibirien, Zentralasien, Nepal, Nordindien und ausgedehnten Gebieten Chinas erreicht.

Die Sonnenfinsternis am 1. August 2008 wird vom ganzen deutschen Sprachraum aus lediglich als partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein. Dabei wird die Sonne an einem Ort 50 Grad nördlicher Breite und 10 Grad östlicher Länge zu maximal 10,9 % verfinstert. Im Norden ist es deutlich mehr (Flensburg gut 23 %), nach Südwesten hin noch erheblich weniger (Bern etwas über 2 %). Die genannten Bedeckungsgrade sind viel zu gering, um eine merkliche Abschwächung des Tageslichtes zu bewirken. Ohne direkte Beobachtung der Sonne (nur durch eine geeignete Schutzbrille oder Filterfolie) wird deshalb von diesem Himmelsereignis nichts zu bemerken sein.