Attila Hildmann über vegane Ernährung

Vegan-for-YouthMenschen, die sich vegan ernähren, verzichten nicht nur auf Fleisch, sondern auf jegliche tierische Produkte, wie beispielsweise auch Eier, Milch, Sahne und Käse. Attila Hildmann, Deutschlands bekanntester veganer Koch, gab WDR 2 Moderatorin Heike Knispel Tipps, wie sie auch als Veganerin nicht auf ihren Milchkaffee verzichten müsste: „Wenn man seinen Kaffee ein bisschen cremig machen will, kann man wunderbar Hafermilch nehmen, Mandelmilch oder Reismilch, da gibt es aktuell mannigfaltige Variationen.“ Auch wenn vegane Artikel inzwischen auch in einigen Supermarktregalen zu finden sind, empfiehlt Hildmann grundsätzlich den Einkauf im Bioladen: „Die ganze Vielfalt und Variation gibt es nur im Bioladen. Außerdem kann man sichergehen, dass die Lebensmittel frei von Pestiziden sind.“ Hildmann kam als „armer Student“ aus Abneigung gegen die industrielle Massentierhaltung zum Veganismus: „Ich lebe jetzt seit zwölf Jahren vegan, habe dadurch 35 Kilogramm abgespeckt, und stehe heute für eine wirklich kreative Gemüseküche.“ Auch das Klischee vom dogmatischen Fleischfresser-Hasser erfüllt Attila Hildmann nicht, er setzt allein auf die Überzeugungskraft seiner Kochkunst: „Die spricht für sich, da muss man keine Predigten halten. „In Deutschland gilt eine rein vegane Ernährung noch immer als gesundheitlich bedenklich. Dies lässt sich aber keinesfalls grundsätzlich nachweisen, vielmehr kommt es auf die Ausgewogenheit der Ernährung an. Über Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte lässt sich beispielsweise dem Körper ausreichend Zin und Eisen zuführen. Etwas schwierig ist der Fall des wichtigen Vitams B12, das nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Es kann jedoch über Nahrungsergängzungsmittel zugeführt werden.

Attila Hildmann erzählte auch über seine Reisen an Orte, wo am meisten Leute leben, die über 100 Jahre alt werden und über seine Erfahrungen mit Sport und Meditation. Dabei erwähnte er auch seinen Besuch in der japanischen Kaiserstadt Kyoto, wo er Mönche kenengelernt hat, die 100 % vegan leben und damit gesundheitlich und spirituell grosse Erfolge buchen konnten. Attila Hildmann  hat schon drei Bücher zur veganen Lebensweise geschrieben: VEGAN FOR FIT, VEGAN FOR FUN und VEGAN FOR YOUTH. Das Interview, das heute ausgestrahlt wurde, kann über diesen Link angehört werden: wdr.de/radio.

Die neue Vegelateria in Zürich ist ein Hit

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Am 18. Januar ist die vegane Szene in Zürich um ein vielversprechendes Lokal reicher geworden. Der „Tages-Anzeiger“ wie auch sein Veranstaltungskalender, der „Züritipp“ sind zu Recht begeistert und kündigen die Nachricht mit Fotos und Interviews an. Das Lokal mit dem vollen Namen „The Sacred and Secret Way of Amazing Strength“ befindet sich übrigens mit 10 Plätzen erst im Anfangsstadium; in Kürze soll auf 25 und im Sommer auf 75 Plätzen aufgestockt werden… und dann wird an der Müllerstrasse 64 definitiv die vegane Post abgehen! Hier der Bericht im „Züritipp“:

Shoppen, Lesen, Schlemmen: Die Auswahl an veganen Angeboten in Zürich wächst. Michael Schrottenholzer ist 52 Jahre alt, was man ihm aber nicht ansieht. Die hellblauen Augen strahlen, das Gesicht ist faltenfrei. Er ruft «Hoi zäme!», wenn Gäste ins neu eröffnete Takeaway an der Müllerstrasse treten. Hier wird vegan gekocht – das heisst, die Glace wird ohne Rahm, das Zürcher Geschnetzelte ohne Kalb, die Bolognese ohne Rind und der Cappuccino ohne Milch zubereitet.

Seit 25 Jahren ernährt sich Michael Schrottenholzer vegetarisch, zu 95 Prozent gar vegan. «Wenn es nicht anders geht», sagt der Zürcher, «esse ich schon mal eine vegetarische Omelette.» Das kommt vor, wenn er wie letzten Monat auf den Ski steht und in der Berghütte kein Gericht serviert wird, das ohne tierische Produkte gekocht wird. Eine Sünde ist das nicht, findet Schrottenholzer, denn für ihn ist Veganismus keine Religion, sondern eine bewusste Lebensart. Und diese möchte er den Leuten im Namen von Soyana schmackhaft machen.

Soyana ist ein Schlieremer Lebensmittelhersteller, der seit 1981 Fleisch- und Milchalternativen produziert und in über 400 Länder verkauft. Das Unternehmen stellte vor 27 Jahren das erste Soja-Joghurt der Welt her, hinzugekommen sind Frischkäse, Tofuwürste, Milch und Glace, alles bio und auf pflanzlicher Basis. Eine von Soyana entwickelte Fleischalternative ist Dinki, die auf Urdinkel basiert, weizen- und glutenfrei ist und sich so auch für Allergiker eignet. Michael Schrottenholzer arbeitet seit 15 Jahren für Soyana und kocht nun fünf Tage die Woche in deren Take-away. Im Sommer wird die Vegelateria um ein veganes Restaurant mit 75 Sitzplätzen ergänzt. Es wird Amazing Strength heissen, übersetzt etwa «Verblüffende Kraft».

«Das Zürcher Geschnetzelte ist der Renner», sagt Schrottenholzer, der sich das Kochen für grosse Gruppen selber beigebracht hat. Und siehe da: Das traditionelle Gericht schmeckt in seiner veganen Version herzhaft gut. Zusammen mit Champignons liegen Dinki-Stücke in einer sämigen Sauce aus Soyananda, einer veganen Alternative zu Frischkäse, Sauerrahm und Mascarpone. Dazu gibt es Basmatireis und Kimchi, also fermentierten Kohl.

Das Mittagessen, das wir in der Vegelateria geniessen, ist ein gutes, das mit einem Begrüssungsdrink aus Spinat, Banane und Chi – ein fermentiertes Getränk aus Früchten, Kräutern, Hefe- und Bakterienkulturen – begonnen hat und mit veganer Eiscreme gekrönt wird. Reis-Mango, Apfel-Zimt und Ingwer-Zitrone stehen neben Klassikern wie Schokolade und Haselnuss zur Auswahl – schmecken tun sie alle gut. Und natürlich anders als herkömmliche Glace. Gesüsst wird mit Vollrohrzucker und Stevia. Und: Weil vegane Glace aus Reis, Hafer, Soyananda und Biofrüchten hergestellt wird, hat es Biss.

Die Vegelateria ist ein grosses Lokal mit wenigen Tischen. Im Raum baumeln Blumengirlanden, an der Wand hängen Bilder von Sri Chinmoy, einem spirituellen Lehrer aus Indien und auf dem Boden stehen Grünpflanzen. 2010 hatte hier Kunststudentin Lauren Wildbolz das erste vegane Restaurant Zürichs, die Vegan Kitchen & Bakery, eröffnet. Nach neun Monaten musste sie schliessen, weil ihr eine Bewilligung und die finanziellen Mittel fehlten. Den Pachtvertrag übergab sie Soyana-Chef Walter Dänzer.

Dass die Vegelateria derzeit ein liebloses Provisorium ist, weiss Dänzer. Er hat Baugesuche eingegeben, damit die Küche besser eingerichtet, eine zweite Toilette und eine Belüftungsanlage eingebaut werden können – alles Auflagen der Behörden. Dänzer sagt: «Wir bitten für diesen langsamen Verwandlungsprozess um Verständnis und versichern den Gästen, dass sie in der nächsten Zeit immer wieder interessante Verbesserungen entdecken können werden.»

Erstes Vegan-Restaurant in Zürich

Heute Samstag eröffnet in Zürich das erste Vegan-Restaurant, geleitet von Lauren Wildbolz (29). In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger spricht sie über ihr neuartiges Restaurant:

Seit ich 14 Jahre alt bin, lebe ich vegetarisch. Damals kam mir eine Broschüre mit Bildern von Massentierhaltungen und industrieller Lebensmittelproduktion in die Finger. Sie beeinflusste mich sehr. Dazu kam, dass ich immer schon auf meine Gesundheit achtete, was ebenfalls ein wichtiger Aspekt im veganen Leben ist. Es geht mir auch um saubere Nahrung und um deren Kultivierung im Allgemeinen. Entgegen unserer schnelllebigen Zeit werden wir Slow-Food zelebrieren. Ausserdem ist die Vegan Kitchen and Bakery auch für Menschen mit Cholesterin-Problemen, Laktoseintoleranz und anderen Leiden, die auf tierischen Lebensmitteln beruhen, interessant. Das Tolle an einem veganen Restaurant ist aber eigentlich, dass dort vom Allergiker über den Vegetarier bis zum Fleischesser jedermann essen kann. Wenn ich im Wald leben würde, und wir die Uhr um 100 Jahre zurückdrehen könnten, würde ich wohl auch Wild mit Pfeil und Bogen schiessen und auf dem eigenen Feuer braten. Ich will nicht sagen, der Körper sei zum Fleischverzehr nicht geschaffen. Ich bin aber davon überzeugt, dass der menschliche Körper nicht dafür gemacht ist, das industriell hergestellte Fleisch, voll gepumpt mit Antibiotika, zu sich zu nehmen. Es ist doch seltsam, dass die Menschen Leben produzieren und wieder töten, nur um Leute mit Fleisch zu versorgen. Das ganze Interview kannst Du hier lesen.